Mittwoch, 26. Februar 2014

Essen und spielen - aber: Mit Essen spielen?!

Der kleine Mann isst meistens wirklich sehr gesittet. 
Aber manchmal... Ja, manchmal fragt man sich schon, ob das jetzt noch als essen durchgeht oder einfach nur spielen ist.

Die Literatur gibt dafür viele Gründe her:

  • Kinder erkunden die Konsistenz von Nahrung. Das geht nur mit den Händen, der Zunge und dem Mund. Deshalb schieben viele Kinder auch am Anfang ihren Brei wieder aus dem Mund.
  • Wie ein guter Rennfahrer testen sie ihr Material aus. Wie reagiert mein Auto auf meine Lenkbewegungen? --> Was passiert, wenn man den Löffel in die eine oder die andere Richtung dreht? Wie weit kann man ihn kippen, bis alles herunterfällt?
  • Manchmal versucht der kleine Esser auch Aufmerksamkeit durch ein bisschen Sauerei-Machen zu erregen, weil er das Tischgespräch langweilig findet.
  • Meistens gilt: Wenn das Kind nur noch spielt, hat es wahrscheinlich keinen Hunger mehr.

Das eine oder andere habe ich bei dem kleinen Mann auch schon selbst beobachten können. Sollte ich mir die gute alte Regel "Mit Essen spielt man nicht" also wirklich komplett verkneifen?

Der Kinderarzt Largo stellt fest: "Gehen die Eltern mit gutem Vorbild voran, ... lernen Kinder die Tischmanieren nebenbei."
Klar: Wenn ich am Frühstückstisch mit Handy und Laptop sitze, brauche ich mich nicht wundern, wenn der Nachwuchs auch nicht ausschließlich aufs Essen fokussiert ist. Und vielleicht sogar Spielzeug mit am Tisch haben will. Aber genauso muss ich es umgekehrt nicht tolerieren, wenn der kleine Mann sein Essen auf den Boden wirft - das machen die Großen schließlich auch nicht.

Also - mit essen darf man durchaus spielen. Aber ich darf auch mal daran erinnern, dass es hier auch um Nahrungsaufnahme geht. Und dazu muss die bekanntlich im Mund landen (und auch dort bleiben...).

Ich versuche mich immer wieder selbst zu fragen, WARUM ich ein Verhalten nicht gut finde. Wenn ich einfach keine Lust habe, den Tisch heute zum dritten Mal komplett zu wischen, dann sage ich das auch so. Statt mich hinter "Das macht man nicht" zu verstecken.
Manche Erwartung an den kleinen Mann lässt sich dann einfach nicht aufrecht erhalten. Warum genau darf er seine Erbsen nicht 100 Mal von rechts nach links auf dem Teller schieben? Die einzige unerwünschte Konsequenz, die mir dazu einfällt: Sein Essen ist irgendwann kalt. Aber das hat ihn noch nie gestört.

Es kann aber durchaus negative Auswirkungen haben, wenn man sein Kind zu wenig selbst machen lässt. "Was geschieht, wenn Eltern ihr Kind daran hindern,..." selbst zu essen? "...im schlimmsten Fall wird sein Impuls selbstständig zu werden wieder erlahmen. Das Kind stellt sich darauf ein, dass es wohl immer gefüttert werden wird." ... Na, das wollen wir ja wohl auf keinen Fall...!

Manchmal schwebt über alledem auch das Schreckgespenst "Restaurant-Besuch"Aber dann versuche ich mich selbst daran zu erinnern, dass es das doch nun wirklich nicht wert ist, zuhause jeden Tag Kämpfe beim Essen auszutragen. Anstatt Mahlzeiten gemeinsam genießen zu können.

"Die Eltern tragen am meisten zu diesem Lernprozess bei, indem sie sich ... ausreichend Zeit nehmen und die Esssituation so gestalten, dass sie sich über das unvermeidliche Geklecker nicht ärgern müssen."
Also, Appell an mich selbst: TIEF DURCHATMEN. Er will dich nicht ärgern. Ich will mich nicht ärgern. Das ist alles ganz normal so!

Meine neueste Taktik ist jetzt übrigens, dem kleinen Batzi - wenn es besonders schmutzig zuging - nach dem Essen einen Schwamm in die Hand zu drücken, und ihn selbst den Tisch wischen zu lassen - so einbezogen zu werden findet er super!

P.S. Ich habe mir noch eine andere Anregung für später gemerkt: Dem kleinen Mann kleine Portionen auf den Teller tun, und er kann dann (auch mehrmals) nachnehmen. So lernt er, seinen Hunger einzuschätzen und ich kann mir von vornherein das elende "Teller aufessen"-Gemecker sparen...und er hat weniger Material, das er verteilen kann.

Quellen: "Babyjahre" von Remo H. Largo - Auflage 2012, Mannheimer Morgen - "Essen - nicht spielen!" - 07.08.2012

Dienstag, 25. Februar 2014

Karotten-Käse-Toastecken

Manchmal kauft man ja für die Küche etwas, das man zu dem Zeitpunkt für eine geniale Idee hält - und nach 2 Wochen steht es nur noch im Schrank. Und wandert irgendwann in den Keller.
Auch wir haben so manche "praktische Küchenhelfer"-Leiche.
Aber 1 Schnickschnack benutzen wir tatsächlich häufig: Toast-Tüten.

Das sind wiederverwendbare Tüten, in denen man ein Sandwich im Toaster zubereiten kann. Kein elendes Sandwich-Toaster-Geklebe (das war wirklich eine unnötige Anschaffung...), kein Warten bis der Backofen heiß ist wegen 1 Toast, kein fettiger Elvis-Toast aus der Pfanne.
Und nein, ich bekomme kein Geld für Werbung.

In Zeiten, in denen man für die Essenszubereitung eher wenig Zeit hat, wenn's einfach grad stressig ist oder mal superschnell gehen muss, ein kleiner Segen.
Für den kleinen Mann hab ich jetzt auch eine Verwendung entdeckt. In fünf Minuten fertig - also ideal für einen Abend, an dem er ausgehungert aus der Badewanne kommt.


Zutaten:

1/2 mittelgroße Bio-Karotte
etwas Karottenpüree
Gouda oder Emmentaler
frische oder TK-Kräuter
etwas Pfeffer
2 Scheiben Vollkorntoast


Karotte schälen und fein reiben. Käse ebenfalls fein reiben. Beides mit dem Karottenpüree, den Kräutern und dem Pfeffer mischen. Die Masse sollte möglichst "pampig" und nicht zu flüssig sein. Wer kein Pürree da hat, kann auch etwas Frischkäse unterrühren.
Die Masse auf einen Toast streichen, die zweite Scheibe oben drauf legen und etwas andrücken. In die Toast-Tasche geben und auf kleiner Stufe (nicht die kleinste) toasten und danach noch etwas im Toaster lassen, bis der Käse geschmolzen ist.
Das Sandwich in kleine Dreiecke schneiden und kurz auskühlen lassen. Servieren.

Exotische Alternative: etwas Curry und ev. frischer Koriander

Rezept abgewandelt nach: "Echte Wurst hat kein Gesicht" von Annette Sabersky und Dr. Jörg Zittlau
Die Toast-Tüten heißen auch Toastabag.

Montag, 24. Februar 2014

Salat mit Magic Dust Hähnchenstreifen

Da ja offensichtlich der Sommer, pardon, der Frühling, ausgebrochen ist, kommt heute ein Rezept, das wir mit Vorliebe bei heißen Temperaturen machen.
Die Geheimwaffe ist die Gewürzmischung Magic Dust. Ein Nicht-Mehr-so-Geheim-Tipp aus dem Grillsport, der diesen Salat gehörig aufpeppt. Und den man beim nächsten BBQ dann praktischerweise schon im Schrank stehen hat. 
Ich rechne damit, dass es da nicht mehr lange hin ist. Sein lang ersehntes Wintergrillen vor weißer Szenerie kann sich der Koch wohl auch dieses Jahr abschminken. 
Und der kleine Mann hat dieses Jahr tatsächlich nur ein Mal Schnee gesehen. Oben. Im Schwarzwald. Und nach einem Stündchen war's auch schon wieder vorbei. 
Bin ich froh, dass wir angehalten haben, um ihm die Schneeflocken live zu zeigen. Sonst glaubt er noch, sowas gibt es nur in Büchern...

Zutaten:


Römer- oder Kopfsalat
Hähnchenbrust (oder -innenfilet)
Parmesan
Joghurt
(neutrales) Öl
Mayonnaise
Weißweinessig
Worcestershiresauce
Zwiebeln
etwas schwarzer Pfeffer
Salz
Zucker
dunkle Balsamicocreme


Magic Dust Gewürzmischung:


4 EL Paprikapulver
2 EL (feines) Salz
2 EL Puderzucker
1 EL Senfpulver (oder im Mörser zerstoßene Senfkörner)
2 EL Kreuzkümmel (auch Cumin genannt)
1 EL schwarzer Pfeffer
1 EL Knoblauchgranulat
1 EL Cayennepfeffer
1 EL Zwiebelgranulat


Zuerst das Magic Dust Pulver zubereiten. Dazu alle Zutaten gründlich vermischen und in einen luftdichten Behälter geben (am Besten ein Einmachglas). Das Hähnchenfleisch waschen und trocken tupfen und mit etwas Öl und Magic Dust in einem Gefrierbeutel vermischen und in den Kühlschrank legen. Je länger das Fleisch in der Marinade liegt, desto mehr nimmt es Geschmack an.
Den Salat waschen, zupfen und trockenschleudern und auf Teller verteilen. Das Hähnchenfleisch knusprig anbraten und in Alufolie zur Seite stellen. Zwiebeln fein hacken. Dressing aus Joghurt, Mayonnaise, Öl, Essig und Worcestershiresauce mit einem Stabmixer verquirlen. Gewürze unterrühren und alles über den Salat verteilen, das Fleisch oben drauf. Etwas Balsamicocreme darüber geben und alles mit Parmesanhobeln garnieren. Sofort servieren.

Wer mag, kann den Salat mit Tomaten und Croutons oder gebratenen Pilzen ergänzen.


Rezept für Magic Dust (etwas abgewandelt, damit es nicht ganz so scharf ist) nach: Grillsportverein

Sonntag, 23. Februar 2014

Zucchini im Knuspermantel

Eigentlich eine eindeutige Definition in der gängigen Ausbildungsliteratur: Das "Umhüllen von vorbereiteten Lebensmitteln mit unterschiedlichen Zutaten" "bevor man sie frittiert, brät oder grillt" heißt Panierung.
Eine Panade hingegen ist ein "Lockerungsmittel bei der Herstellung von Farcen". Trotzdem hält der Fehler sich hartnäckig.
Als ob sich all die deutschen (Fernseh-) Köche geschworen hätten, die Welt nicht an diesem kostbaren Wissen teilhaben lassen zu wollen.

Wenn man's richtig macht (Fleisch vor dem Panieren würzen, erst kurz vor dem Garen panieren) hält die Hülle das Fleisch saftig und durch die verschiedenen Zutaten (Brot, Nüsse, Sesam, Kokos, Cornflakes...) entstehen ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen.
Die bekanntesten Arten: Wiener Panierung (Mehl, geschlagenes Ei, Panierbrot) und Mailänder Panierung (z.B. Piccata Milanese: Mehl, geschlagenes Ei, frische Weißbrotkrume mit geriebenem Parmesan im Verhältnis 3:1).

Dazu das heutige Rezept mit einer etwas unbekannteren Zutat zum "Einbröseln": Panko
Stammt aus Japan, ist heller als unser Paniermehl, sieht eher aus wie Kokosraspel und sorgt für eine super-knusprige Hülle.
Zugegebenermaßen nicht so gesund wie Vollkorn-Paniermehl, aber wenn man dafür Gemüse drin verstecken kann, kann man das dem Nachwuchs doch ab und zu erlauben.

Zutaten:

Bio-Ei(er)
Bio-Mehl
Panko (wichtig: ohne Glutamat bzw. Hefeextrakt - gibt es im Asialaden, mittlerweile aber auch in großen Supermärkten in der Abteilung "International")
Bio-Zucchini
Kräuter
etwas Pfeffer
Paprikapulver, edelsüß


Zucchini waschen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit Kräutern, Paprikapulver und etwas Pfeffer würzen. Ei(er) gut verquirlen. Drei Teller bereitstellen - in einen Teller Mehl geben, in den Zweiten das Ei, in den Dritten Panko.
Zucchini erst mehlieren, dann sorgfältig in Ei wenden, sodass sie rundherum bedeckt sind und zum Schluss mit Panko bedecken.
In einer Pfanne mit Öl schwimmend ausbacken bis die Scheiben schön braun sind - nicht zu weit weg gehen, Panko bräunt schneller als herkömmliches Paniermehl! Auf einem Küchentuch abtropfen lassen.

Dazu passt eigentlich fast jede Beilage - wir haben es mit Reis und Tomatensoße gegessen. Statt Zucchini kann man auch Aubergine nehmen.

Quellen: "Der junge Koch Die junge Köchin" von Grüner/Metz/Hummel - 32. Auflage 2007, "Der grosse Larousse Gastronomique", Deutsche Ausgabe - 2. Auflage 2009