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Mittwoch, 16. November 2016

Familien-Buh-Tage Oder: Kamut-Spaghetti mit Süßkartoffel, Feta und Speck

Der Tag? 
"Ja, der Tag fand statt." habe ich letzthin irgendwo gehört. 
Genau. Das war's dann aber auch. 
Mich hat ja keiner gefragt. Wegen mir hätte er ruhig ausfallen dürfen.



Eine Freundin hat mal den Begriff "Buh-Tag" geprägt - ein Tag, an dem man einfach zu allem den Daumen nach unten strecken und "Buh" rufen möchte.
Und so kommt es, dass es immer mal wieder Tage gibt, an denen der Koch oder ich konstatieren: "Kann es sein, dass Du einen Buh-Tag hast?"

Freitag, 29. Juli 2016

Himmlischer Hottelzottel

Der Koch liest einen Blog-Artikel. "Ha!" ruft er lachend aus. Ich schaue ihn fragend an.
"Hat deine Oma dich schon mal nach einem Kuchenrezept gefragt?" 
Er schaut mich erwartungsvoll an und tippt sich an die Stirn. "Da denk mal drüber nach."


Nun ja, wohl wahr, meine Oma hat nicht direkt nach dem Rezept gefragt. Ich gebe es zu. Aber sie hat sich diesen sommerlichen Kuchen ausdrücklich für das nächste Sonntags-Treffen gewünscht, weil sie bei ihrem Geburtstag nur eine Gabel abbekommen hat, so schnell war er leer... Und zwei meiner Tanten haben danach gefragt, ja ja!

Also, here we go. Mein absolutes Lieblings-Kuchenrezept. Stilecht von meiner Schwiegermutter erworben. (Das Rezept hat sie mir in Schönschrift zum Geburtstag geschenkt.) 
Bei uns heißt er "Hottelzottel", wohl weil er ein bisschen wild oben drauf aussieht... der Original-Name "Himmelstraum" passt auch, denn geschmacklich gibt es da einfach nichts zu verbessern. 

Deshalb wurde er von uns auch nur minimal optimiert, nämlich ausschließlich handwerklich: man sollte den Deckel vorschneiden, sonst hat man nach dem Aufschneiden keinen Traum sondern Matsche... 


Himmelstraum-Kuchen

Zutaten:

125 g Mehl
100 g Butter
4 Eier
1/2 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
150 g Zucker
100 g Mandelblättchen
Früchte (z.B. Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren), frisch oder TK
1/2 l Schlagsahne
ev. Sahnesteif
Zucker


TK-Früchte auftauen lassen, frische waschen. Schlagsahne eiskalt stellen, ev. sogar kurz in den Tiefkühler. Eier trennen.
Kalte Butter mit 4 Eigelben und Mehl und Backpulver zu einem Teig kneten. (Ja, in den Teig kommt kein Zucker!) Halbieren und in Folie eingeschlagen in den Kühlschrank legen.
Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Eiweiß aufschlagen, nach und nach (Vanille-) Zucker einrieseln lassen und steif schlagen.
Beide Teighälften in runder Backform randlos ausrollen. (Optimal sind 26 cm, bei 28 cm muss man schauen, dass keine Löcher im Teig sind.) Mit Baiser bestreichen, Mandelblättchen jeweils darauf verteilen.
Bei 180 Grad Ober/Unterhitze etwa 15 Minuten backen, bis beide Böden eine schöne Farbe haben. (Am Besten nacheinander.)
Kurz abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Den schöneren Boden als Deckel in 12 Kuchenstücke schneiden.
Sahne mit Zucker (Menge je nach Obstsorte) steif schlagen, mit den Früchten vermengen und auf den Boden streichen. Deckelteile darauf legen.

Die Böden kann man prima im Voraus backen und dann erst an dem Tag, an dem man den Kuchen essen will, befüllen. Man kann die Torte auch befüllt über Nacht kalt stellen - dann wird der Kuchen aber ziemlich weich. Da kann es helfen, etwas Sahnesteif auf die Böden zu streuen, bevor man die Sahne darauf streicht.

Sonntag, 6. März 2016

Das bittere Ende? Chicorée-Salat

Ich hab mir vorgenommen, öfter Chicoree zu essen. 
Auch wenn es dieses Lebensmittel nicht in die Big 20 geschafft hat, hat es viel zu bieten: er ist u.a. reich an Vitamin B1 und B2 sowie Calcium, ist also eine gute natürliche Vitaminquelle im Winter. Seine Bitterstoffe regen außerdem die Verdauung an und die große Menge an Inulin macht ihn zu einer exzellenten Quelle für lösliche Ballaststoffe - und die füttern ja die besten Freunde des Darms.
Ja, richtig gehört, Ballaststoffe. Wer da nämlich nur an Müsli-Papp und Körner denkt, ist schief gewickelt.

Allerdings bin ich nicht so der Bitter-Fan... und der Koch noch weniger. Eine kurze Recherche ergibt: 5 Minuten in warmes Wasser legen hilft angeblich gegen die Bitterkeit. Hm, da verlieren wir zwar ein paar der wertvollen Inhaltsstoffe, aber wenn wir dann mehr davon essen, rechnet sich das vielleicht. Also, versuchen wir's.


Quelle: Chicorée-Zeichnung von pflanzenforschung.de
  
Der Koch und ich waren mehr als überrascht, wie gut der rohe Chicorée schmecken kann - und überhaupt gar nicht bitter! Wir waren begeistert, der Junior ebenso und die Schüssel war ruck-zuck leer...

Wirklich fasziniert war ich aber erst, als ich nach dem letzten Bissen Salat einen Schluck von meinem Brombeer-Pfefferminz-Ti genommen habe. Boah, volle Kanne Bitter-Attacke! Wie kommt denn das? Reagiert da etwas mit der Pfefferminze? Oder mit der Brombeere? Oder der Zitronensäure?
Wo sind die Chemiker, wenn man sie mal braucht?

Der kleine Mann war auch völlig hingerissen und hat das Experiment gleich mehrmals gemacht: Chicoreesalat - mh, lecker. Schluck Tee - bäh!
Chicoreesalat - mh, lecker. Schluck Apfelsaft - AHA, immer noch lecker!
Ich würde sagen: Zufälliger ernährungspädagogischer JACKPOT!

Möglicherweise sitzt da ein zukünftiger Wissenschaftler am Tisch? Vielleicht bringt der die Ernährungswissenschaft mal auf Trab! 
Ach, ist das nicht herrlich, was man alles in ein Kind hinein interpretieren kann...! 


Chicorée-Salat mit Apfel und Ei

Zutaten:

ergibt etwa 4 Portionen

3 violette oder grüne Chicoréeköpfe
1 Apfel
2 hartgekochte Eier
1 Schalotte
Distel- oder Sonnenblumenöl
Joghurt, 3,8% Fett 
Senf, mittelscharf
weißer Balsamicoessig
etwas Salz
frisch gemahlener Pfeffer 
etwas Zucker
etwas Schnittlauch


Eier hart kochen und abschrecken. Strunk des Chicoree großzügig entfernen und Blätter ca. 5 Minuten in lauwarmes Wasser legen, danach abtropfen lassen oder trocken schleudern. Apfel gründlich waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Schalotte schälen und ebenfalls würfeln. Für das Dressing 2 EL Öl mit 4 EL Joghurt, 2 EL Essig und 1 EL Senf gründlich verrühren, würzen und abschmecken. Zwiebel- und Apfelwürfel unterrühren.
Chicoree in Streifen (etwa 0,5 cm) schneiden und Dressing über den Chicorée geben. Die hartgekochten Eier schälen und in Würfel schneiden und über den Salat geben. Mit Schnittlauch bestreuen.

Montag, 18. Januar 2016

Spaghetti mit Grünkohl-Pesto

Ich weiß noch, wie wir vor Jahren (lange vor dem kleinen Mann...) auf Langeoog im Urlaub in einer Ferienwohnung untergebracht waren, die über der Wohnung der Vermieter lag. Eines Mittags stieg ein, sagen wir mal, "charakteristischer" Geruch nach oben... Grünkohl mit Pinkel. Der Koch und ich dachten nur - ja, Junior, ich weiß, das sagt man eigentlich nicht - "Bäh!"
Kein Wunder, dass der in unseren Gefilden nicht sehr verbreitet ist, dachte ich mir so. Wer es nicht kennt - es handelt sich um ein typisches Wintergemüse, dunkelgrüne, krause Blätter, vor allem in Norddeutschland sehr beliebt.

Warum ist dann Grünkohl überhaupt in meinem Einkaufskorb gelandet, mag der geneigte Leser sich nun fragen? 
Tja, weil auch an uns das neue Jahr nicht spurlos vorüber geht was so manchen Vorsatz angeht. Und bei uns betrifft das, wen wunderst, die "gute Ernährung." (Ja, Anführungszeichen, den Sinn und Unsinn der Unterscheidung gut/böse hatte ich ja schon behandelt...)
Sprich: wir wollten mal wieder den Entsafter benutzen, und in dieser Form ein bisschen Extra-Gemüse und Obst zu uns nehmen. Wer "Fat, sick and nearly dead" gesehen hat, der weiß, "kale", also Grünkohl, steht da ganz oben auf der Saftfasten-Liste. (Es gibt ein Buch namens "Fifty shades of kale"... die Amis *kopfschüttel*)

Und dann kam es, dass ich bei tiny spoon, die sich ebenfalls mit Rezepten für Kleinkinder beschäftigt, das Rezept für ein Pesto aus Grünkohl entdeckt.
Da es sowieso ziemlich viel Grünkohl war, doch einen Versuch wert. Außerdem, so weiß ich jetzt, hat kaum etwas so viel Vitamin C wie roher Grünkohl. Das können wir grad gut gebrauchen!

Aufgrund der Urlaubs-Erfahrung waren wir aber mehr als skeptisch, ob uns das schmeckt. Wir haben sogar in der Küche einen Probe-Teller gemacht, und alle drei gekostet, bevor wir entschieden haben, ob es unser Mittagessen wird.
Der kleine Mann wollte nix davon wissen - das war aber keine Überraschung, denn der ist erstens Erkältungs-jammerig und hat deshalb kaum Appetit und zweitens mag er einfach kein grünes Pesto. (Warum auch immer, ich bleibe dran... *zwinker*)
Der Koch und ich aber waren wirklich positiv überrascht! Wir haben uns vorgenommen, das kommt jetzt öfter mal in den Einkaufswagen. Denn auch der Saft mit Grünkohl war erstaunlich trinkbar. Mensch, wieder bekehrt!

Ich muss aufpassen, sonst hab ich bald zu viele Artikel mit dem Label "Ich lasse mich bekehren", und lande noch in der Missionars-Schublade. 
Das klang jetzt irgendwie sexuell. Lassen wir das. 
Schuster bleib bei deinen Leisten. Es war jedenfalls fei-hein.

Grünkohl-Pesto

Zutaten:

ergibt etwa 6 Portionen

3 große Blätter Grünkohl
50 g Walnüsse
Sonnenblumenöl
Olivenöl, mild
50 g Parmesan oder Grana Padano
etwas Salz
frisch geriebener Pfeffer


Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne leicht anrösten, bis sie duften. Vorsicht, dabei bleiben, Nüsse werden schnell zu dunkel. Walnüsse abkühlen lassen.
In der Zwischenzeit Grünkohl waschen und trocken tupfen oder schleudern. Mit den Nüssen in einen Zerkleinerer geben und mit etwas Sonnenblumenöl mixen (Olivenöl wird leicht bitter).
Käse fein reiben und mit Salz und Pfeffer und Olivenöl unterrühren bis die gewünschte Pesto-Konsistenz erreicht ist. Wenn man das Pesto einige Zeit aufbewahren will, kann man den Käse weglassen und erst vor Benutzung unterrühren.



Quelle: Inspiration bei tiny spoon, Rezept nach kuriositätenladen

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Silvester-Tradition

Wer schon mal mit uns den Jahreswechsel verbracht hat, der weiß: Wir essen Raclette. 
Das ist so ziemlich sicher wie das Amen in der Kirche. 
Und auch sicher ist: Dazu darf Eiersoße nicht fehlen.

Die hat mein lieber Opa schon immer gemacht, das hat bei uns in der Familie Tradition und der Koch hat die liebend gerne mit übernommen.
Weil es einfach gut passt, zu Kartoffeln, zum Raclettekäse, zu Weißwein, Sekt & Co.

Wenn man Nachwuchs bekommt, ändert sich so ziemlich alles. VOR ALLEM Silvester. Zum einen weil da so ein kleiner Mensch mit in die Rechnung gehört, der seine eigenen Bedürfnisse und später auch seinen eigenen Kopf hat. (Ich sage bloß Feuerwerk 2 und Feuerwerk 3... Feuerwerk 1 hatte er noch komplett verpennt.) 
Zum anderen weil man in dieser Nacht schwierig an einen Babysitter kommt und mit Kind nicht mehr unbedingt Lust hat, auf den üblichen Silvester-Party-Ablauf...
Aber diese Tradition, die konnten wir wunderbar mit in unser "neues Leben" mitnehmen. Auch wenn der kleine Mann wahrlich kein Eier-Fan ist. Aber wer weiß, vielleicht kommt er dieses Jahr auf den Geschmack.

Jetzt überlege ich nur gerade, ob ich mich traue, ein klein bisschen mit der Tradition zu brechen und den Avocado-Eiersalat der Küchenchaotin auszuprobieren... mh. Ich muss in mich gehen...

"mit Kind und Koch" wünscht einen guten Rutsch!



Opa Martins Eiersoße

Zutaten:

1 Ei pro Person + 1 weiteres Ei, hartgekocht
Naturjohurt (wer möchte, kann auch zur Hälfte griechischen Joghurt nehmen)
etwas Senf, je nach Geschmack, etwa 1-2 EL
ein paar Spritzer Worcestersauce, im Notfall geht auch Sojasauce 
etwas Zwiebelgranulat 
Salz
Pfeffer 
Schnittlauch

Dazu: Raclette


Eier anpieksen und hart kochen. Etwas auskühlen lassen.
Eier pellen und mit einem Messer grob hacken. Hälfte der Eier dann noch etwas feiner hacken oder mit einer Gabel in einer Schüssel zermatschen. Mit Naturjoghurt, Worcestersauce und Senf verrühren, sodass eine dicke Soße entsteht. Mit Zwiebelgranulat, Salz und Pfeffer abschmecken.
Nach einiger Zeit die Soße nochmal abschmecken, meistens braucht sie noch Salz. Mit Schnittlauch bestreuen und anrichten.

Zu Silvester bereits bei "mit Kind und Koch":
Post-weihnachtliches Trifle aus (Leb-)Kuchenresten


P.S. - Wenn ich das Rezept-Buch noch wiederfinde, gibt es an Neujahr ein Rezept zur Resteverwertung von Raclettekäse!

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Tomatensauce mit Feigen

Bevor die Weihnachts-Schlemmerei beginnt, bei der es bei uns - wahrscheinlich wie in den meisten deutschen Familien - fast jeden Tag Fleisch gibt, tue ich uns schnell noch was vegetarisch-Gutes. Außerdem muss ich vor morgen noch ein bisschen die Küche aufräumen. Dachte ich.

Meine liebe Mutter hat uns zu Nikolaus getrocknete Feigen geschenkt. Hauptsächlich, weil sie einen Feigenbaum im Garten hat, den sie den ganzen Sommer mit ihrem Enkel gehegt und begutachtet hat. Nun wollte sie dem kleinen Mann zeigen, wie die aussehen und schmecken, wenn man sie trocknet. Er mag nämlich eigentlich fast alle Trockenfrüchte.
Nur blöd, dass in unserer Familie niemand Feigen mag. Wie wir jetzt wissen, auch der Junior nicht, selbst getrocknet. Auch meine Mutter hat nur deshalb einen Feigenbaum, weil sie ihn schön findet.
Nun. Auch wenn ich den ernährungspädagogischen Ansatz meiner Erzeugerin grundsätzlich unterstütze... jetzt hab ich da in der Küche getrocknete Feigen liegen. Und frage mich, was ich eigentlich damit machen soll.

Spaghetti mit Feigen-Gorgonzola-Soße, die eine liebe Freundin von mir mal gemacht hat, hat mich erstaunlicherweise überzeugt. Damit brauch ich dem Koch aber nicht kommen. Der kann so kräftigen Käse nicht wirklich leiden. Also etwas anderes... Nudeln mit Tomatensauce geht irgendwie ja immer. Und wenn da mal was Neues mit drin ist, find ich das eh spannend, siehe Sesam-Tomatensauce.

Vegetarisch und kindgerecht, das ist es doch. Wie gesagt, dachte ich. 
Das Original-Rezept war handwerklich allerdings ziemlicher Mist (Warum werden die Feigen nicht mit angeschwitzt? Und da soll jetzt noch Zucker dazu? Na gut...), und so kam es, dass das Ergebnis süß wurde. 
Ziemlich süß. Ketchup-süß. 
So süß, dass der Koch entschieden hat, dass da noch Speck dazu muss, zum Ausgleich. So viel zu meinen vegetarischen Plänen...
Aber die Kombination Tomate-Feige ist tatsächlich interessant. Findet selbst der Koch. Und wenn man den Zucker weglässt, wird es auch nicht so süß.

"mit Kind und Koch" wünscht Frohe Weihnachten!

Tomatensauce mit Feigen

Zutaten:

1 Dose Tomaten
1 Zwiebel
etwas Knoblauch, der Chinesische oder 1 Knoblauchzehe
etwas Olivenöl
2-3 EL weißer Balsamico-Essig 
ca. 40 g getrocknete Feigen
Salz
Pfeffer
ev. Cayennepfeffer

Dazu passen Gnocchi. Und - wer möchte - Bacon, knusprig angebraten und darüber gebröselt.


Zwiebeln grob würfeln, die Feigen ebenfalls. Knoblauch fein würfeln. Die Zwiebeln in Öl vorsichtig etwa 10 Minuten anschwitzen. Knoblauch und Feigen dazu geben und mit anschwitzen, bis alles schön aromatisch-süß riecht. Mit Essig ablöschen. Tomaten dazu geben, salzen und umrühren.
Etwa eine halbe Stunde kochen lassen.
Die Sauce etwas abkühlen lassen und pürieren. Mit Salz und Pfeffer und ev. Cayennepfeffer abschmecken.


Quelle: Rezept sehr frei nach Melimeloo

Sonntag, 15. November 2015

Serie: The big 20 - Folge 10: Kidneybohnen & Co

'Oha. Das wird ne schwere Nummer' hab ich gedacht, als ich gelesen habe, dass die nächste Big 20-Folge "Kidneybohnen & Co" heißt.
Ich - mag - keine - Kidney - bohnen. Gar - nicht. 

Je mehr Big 20-Folgen ich schreibe, bzw. plane, desto mehr fällt mir auf, wie viele Dinge ich nicht gerne esse. Ich vermute, das liegt daran, dass ich sie als Kind einfach nie oder zu selten probiert habe. Umso besser, dass der Junior all diese Sachen schon allein wegen mit Kind und Koch kennen lernt - nur dafür lohnt es sich schon, das zu machen. Auch wenn das mit der Wiederholung, durch die Kinder sich an Geschmack gewöhnen und langfristig zu schätzen lernen, ehrlicherweise nicht bei allen Lebensmitteln gleichermaßen klappt.

Nun ja, das ist jetzt erstmal die Halbzeit der Serie, und ich kann freilich eine "Revisited"-Serie dran hängen, damit sich die Zutaten auch wirklich in unserem Leben etablieren.
Derweil mache ich es mir - relativ - einfach, und wähle für solch herausfordernde Ingredienzien Rezepte, bei denen es möglichst wahrscheinlich ist, dass sie uns schmecken. 

Der Koch: "Ich wollte eh schon länger mal einen Bohnen-Burger machen." Ja. Das ist gut. Die Dinger zerkleinern, sodass ich nicht pur darauf herum kauen muss, das ist psychologisch optimal. Frau Eugster pflichtet bei: "Die violetten Kidneybohnen [...] schmecken vielen Kindern richtig gut. Sie bringen Farbe in den Salat [...] oder werden zerdrückt in Burgern verwendet."
Besonders wertvoll sind sie, weil sie "viele Kohlehydrate, Eiweiß sowie namhafte Mengen an Ballaststoffen" enthalten und "Phytoöstrogene, die Krebs vorbeugen." Na das tun sie schließlich auch zerdrückt.

Ergebnis? Der kleine Mann wollte nicht glauben, dass kein Fleisch drin ist. Ich schätze, er dachte so ungefähr: 'Das ist halt einfach mal wieder ein leckerer Burger von Papa. (Und da ist immer Fleisch drin.)' Der wiederum war selbst auch sehr begeistert vom Ergebnis. Na, und ich? Ich fand's gut. Einfach gut.
Hey, ich kann Kidneybohnen essen! Ich hab's geahnt, das Bekehren-Label brauch ich öfters...

Kidneybohnen-Burger mit Aprikosensauce

Zutaten:

ergibt 4 mittelgroße Burger-Patties


1 Dose rote Kidneybohnen
4 EL Haferflocken, fein
1 EL Mehl
1 große Karotte
1 große Zwiebel, weiß oder rot
etwas Knoblauch, wenn möglich Chinesischer, Menge etwa wie eine Zehe
schwarzer Pfeffer
gemahlener Koriander
Petersilie, TK 
Salz 
2 EL Öl
1 EL Aprikosenmarmelade
1 EL Ketchup 
1 EL Senf
etwas Salat
einige Scheiben Salatgurke
einige Scheiben Tomaten 

Dazu: Burgerbrötchen


Kidneybohnen abgießen und mit der Hand oder einer Gabel zerdrücken. Von der Zwiebel einige Ringe abschneiden, den Rest ebenso wie den Knoblauch würfeln, die Karotte raspeln. Mit Mehl, Haferflocken, Gewürzen und Kräutern zur Bohnenmasse geben und gut vermischen. Zu Burger-Patties formen und in Öl von beiden Seiten goldbraun anbraten.
Aprikosenmarmelade, Ketchup und Senf zu einer Burgersauce vermischen. 
Salat waschen und trocken schleudern. Tomate und Gurke ebenso waschen und in Scheiben schneiden.
Burgerbrötchen-Unterteil mit Sauce bestreichen, Gurke, Salat und Tomate darauf legen, danach den Bohnen-Patty darauf. Nach Geschmack Sauce auf das Brötchen-Oberteil streichen und auf den Burger setzen.

Quellen: Gabi Eugster "Kinderernährung gesund & richtig" - 2012, Rezept frei nach Bohnenburger von Vegan Guerilla

Freitag, 2. Oktober 2015

Blätterteigwaffeln Oder: Wie hältst du es mit den Fertigprodukten?

Im Grunde halte ich es (mittlerweile) mit Günter Grass und meiner Namensvetterin Lena Stubbe: "Zur Hölle mit den Fertiggerichten! Auch wenn sie Zeit sparen, frag ich euch: Zeit wofür und für wen?"

Aber. Den ganzen Sommer habe ich es kaum geschafft, Artikel fertig zu bekommen... Es war einfach zu viel los. Dreijähriger inklusive Kindergarten-Einstieg, Arbeit, vier liebe Freundinnen, die dieses Jahr heiraten... wer bis morgens um fünf feiert, vollbringt am nächsten Morgen einfach keine kulinarischen Höchstleistungen. Oder schreiberische.
In solchen Phasen plane ich nur noch von Tag zu Tag. Und erwische mich dabei, dass meine selbst gesteckten Ernährungsziele immer öfter untergehen. Der Einkaufszettel wird eher nach "Wie schnell geht das?" gestaltet, als nach "Kriterium: Abwechslung". Zum Glück gibt es was Ernährung betrifft, ob mit oder ohne Kind, ja die gute alte 80/20-Regel - gut fährt auch hier, wer der Ausnahme huldigt.

Für einen Berufskoch allerdings wird die Frage nach der Verwendung von Fertigprodukten zur Gretchenfrage. Höchst verpönt - ein "guter" Koch (was auch immer das ist), würde natürlich nie zugeben, dass er welche benutzt. 
Die Wahrheit ist: Fertigprodukte haben auch in Profi-Küchen vor langer Zeit Einzug gehalten. Allein schon deshalb, weil streng genommen auch Pasta und Tomatenmark dazu gehören. Wer behauptet, in seiner Küche gäbe es kein einziges, der lügt also ziemlich sicher.

Damit stellt sich heutzutage eher selten die Frage: Darf ich Fertigprodukte benutzen? Sondern: Wenn Fertigprodukte, welche sind denn zumindest okay?

Tja, das ist keine Frage mit einfacher Antwort. Ein bisschen ausgeholt: Was macht die (industrielle) Verarbeitung mit unserem Essen?

Unter Anderem gilt für Lebensmittel: je stärker sie verarbeitet sind, desto leichter verdaulich sind sie und damit für unseren Körper in Energie umzusetzen. (Zumindest wenn sie Kohlehydrate, Proteine oder Fette enthalten - und das tun eigentlich alle.)
Das war zu Hungerszeiten ein enormer Vorteil. Durch gekochtes Essen beschaffte sich der Mensch mehr Energie als durch dasselbe Lebensmittel in roher Form.
Doch genau da sind wir auch beim Grundproblem für heute. Denn wir leben nicht mehr in Hungerszeiten. Wir brauchen nicht noch mehr Energie. Dazu kommt, dass Fertigprodukte meist auch sehr weich und kleinteilig sind und/oder viel Luft enthalten. Das heißt, der Körper verbrennt auch weniger Energie, als wenn er ein rohes Gemüse mühsam zerkauen und verdauen muss.

Wenn also auf einer Packung Fertigpizza steht, dass ich 874 kcal (fast 1/3 meines Tagesbedarfs) zu mir nehme, stimmt das leider nicht ganz. Die einzelnen Zutaten sind ja bereits verarbeitet, der Körper kann sie deshalb besser umsetzen und zieht noch mehr Energie daraus, als die Zahl auf der Packung vermuten lässt. Die errechnet sich nämlich nur aus der Summe der einzelnen Grundzutaten. Wie viel mehr kommt allerdings auf viele individuelle Faktoren an, sodass es auch kaum möglich wäre, eine wirklich exakte Kalorienzahl anzugeben. Was die Kalorienangaben auf Packungen an sich eigentlich ziemlich überflüssig macht. 
Dass ich vom Kalorienzählen sowieso nicht viel halte, das können sich regelmäßige Leser ohnehin denken. Aber es ist ein weiteres Argument für die frische Zubereitung eines Gerichtes vs der sehr stark verarbeiteten Fabrikversion - jenseits der Diskussion um einzelne Komponenten wie Fett-, Zucker- oder Salzgehalt und Zusatzstoffen. Oder dem Aspekt der "toten" weil bakterienfreien Nahrung, über den ich mich ja auch schon ausgelassen habe.

Aber zum Glück: Gutes Essen, gute Ernährung und Convenience-Food schließen sich nicht ganz aus. Zumindest wenn man ein paar Grundregeln beachtet. (Die folgen dann bald in Teil 2 zum Thema.) Prinzipiell kann man sagen: Je stärker verarbeitet, desto schlechter.

Selbst Autor und Lebensmittelindustrie-Kritiker Michael Pollan ist nicht dafür, dass "sämtliche Fertigprodukte wieder aus unseren Einkaufswagen verschwinden" - "Manches ist ja ein wahrer Segen [...] - eine große Hilfe, wenn man mal nicht zum Einkaufen kommt. [...] das ist keine Frage des Alles oder Nichts."

Hört, hört.
Für mich zählt zu den positiven Seiten eindeutig ein Produkt wie Fertig-Blätterteig. Selbst gemacht eine Heiden-Arbeit. Teig machen. Halbe Stunde kalt stellen. Teig falten. Kühl stellen. Falten. Kühl stellen. Falten. Kühl stellen. Wer zum Teufel kommt auf die Idee, ein solches Rezept mit "schnell und einfach selber machen" zu betiteln??? Sorry, no can do.
Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass im Waffel-Buch, das mir mein liebes Brüderchen zum Geburtstag geschenkt hat, ein Rezept für Waffeln mit Fertig-Blätterteig drin ist. Blätterteig? Im WAFFELEISEN?

Vorbereitung: 5 Minuten. Backen: 3 Minuten. 
Füllung: Unendliche Möglichkeiten. Geschmack: Ein Traum.
Entdeckung des Monats!


Blätterteigwaffeln mit Gruyère, Schinken und Frischkäse

Zutaten:

ergibt 6 Waffeln

2 Rollen Fertig-Blätterteig
2 Handvoll Gruyère oder anderer, kräftiger Käse
1-2 Scheiben Schinken oder Speckwürfel
2 EL Frischkäse natur oder mit Kräutern, Paprika o.ä.
Paprikapulver
etwas Bärlauch, Schnittlauch oder andere Kräuter


Das Waffeleisen vorheizen (relativ hohe Stufe) und ggf. einfetten. Gruyère grob reiben, Schinken in Stücke schneiden.
Blätterteig ausrollen und jeweils in 6 Stücke von ca. 14 x 14 cm schneiden. Teigstücke vorsichtig ungefähr in die Größe der Backfläche des Waffeleisens ziehen. Mit Gewürzen bestreuen.
Mit der gewürzten Seite nach oben auf die Fläche legen und mit Käse und Schinken füllen, mit zweitem Blätterteigstück (Gewürze nach unten) bedecken. Ca. 3 Minuten backen.

Wenn man zu viel Füllung nimmt, backt der Teig vorne nicht richtig. Dann kann man die Waffel aber auch nochmal drehen und zu Ende garen.


Quelle: Rezept frei nach Apéro-Waffeln: Christina Richon "einfach WAFFELN" - GU, Why most food labels are wrong about calories von Wissenschaftlern der Havard University, Verbraucherzentrale BaWü über Nachgemachte Lebensmittel, z.B. Speiseeis, Interview mit Michael Pollan im Magazin Flow - Ausgabe Nummer 10, Rezept "Blätterteig schnell und einfach selber machen" bei Herr Grün Kocht

Donnerstag, 17. September 2015

Johannisbeer-Chutney

Ich wollte so was ja früher nie hören. Oder eher: glauben, dass man so was schmeckt. Aber seit wir unseren eigenen Johannisbeer-Strauch im Garten haben, weiß ich: Es ist was ganz Besonderes, die direkt vom Strauch zu pflücken und zu essen. Die Sonne, die den ganzen Tag auf die Früchte geschienen und die Beeren hat reifen lassen, die schmeckt man.

Für das Chutney reicht die Ernte bzw. das was davon übrig bleibt, nachdem der kleine Mann sich bedient hat, noch nicht. Außerdem sind sie weiß. Aber Inspiration waren sie. 
Jetzt kam mir das Rezept wieder in den Sinn weil ich heute eine kleine Schüssel rote Johannisbeeren übrig hatte, die der kleine Mann partout nicht mehr essen wollte. 
Schade drum, und vielleicht wird das Wetter ja doch noch ein bisschen sommerlicher und wir grillen nochmal. (Vielleicht werden dann auch die Tomaten, die ich gepflanzt habe, doch noch was. Ist das normal, dass die so spät erst rot werden...?)

Ich gebe zu, Bockshornklee-Saat hat nicht jeder zuhause. Aber solche Gewürze, zum Beispiel von Ingo Holland und Konsorten, gibt es mittlerweile in vielen Spezialitäten-Läden. (Selbst im beschaulichen Weinheim...) Und wer mal auf die Inhaltsstoffe von Mischungen wie Raz el Hanout etc. schaut, wird sie oft dort finden. 

Sie geben dem Chutney neben der kräftigen Säure der Johannisbeeren eine herzhafte Note und zusammen mit den anderen Gewürzen *Angeberjargon* eine unvergleichliche Tiefe, die sehr gut zu kräftigem Fleisch passt. (Wir haben es heute zu Gulasch gegessen.) Und selbst die Nelke harmoniert echt gut - die hatte ich beim ersten Ausprobieren nur unter größter Skepsis dazugegeben, ich bin nämlich empfindlich bei "Weihnachtsgeschmack" außerhalb von Plätzchen.
Es lohnt sich also!

Und ist das jetzt auch etwas für Kinder??! Naaa ja. Sagen wir mal so: Der kleine Mann hat mal probiert. Weil er eigentlich fast alles probiert, was wir für ihn kochen (oder andere: im Kindergarten, in dem er diese Woche das erste Mal "Essen von Fremden" isst, hat er bis jetzt wohl auch alles versucht). 
Aber seine Aussage "Das schmeckt ein bisschen gut" kommt so ziemlich mit Herrn Bioleks "interessant" gleich. Heißt: Danke, aber: nein danke.

Zutaten:

2 Schalotten oder kleine rote Zwiebeln
ca. 350 g rote Johannisbeeren
ca. 40 ml weißer Balsamicoessig
ca. 10 ml roter Balsamicoessig
ca. 25 g brauner Zucker
1 gestrichener EL Bockshornklee-Saat
1 ganzer langer Pfeffer
3 Körner Piment, ganz
1 ganze Nelke
Salz
etwas Butter
ev. 1 Prise Cayennepfeffer

Schalotten fein würfeln. Johannisbeeren waschen und von der Rispe abstreifen. Bockshornklee-Saat in einer Pfanne (ohne Fett) langsam rösten, bis sie leicht duftet. (Ohne Rösten wird sie ziemlich bitter.) Gewürze in einen Papier-Teefilter (oder in ein Tee-Ei o.ä.) geben. In einem kleinen Topf etwas Butter schmelzen lassen und Zwiebeln anschwitzen. Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen. Mit Essig ablöschen. Beeren und Gewürzsäckchen dazugeben.
Das Chutney aufkochen und dann etwa 30 Minuten (ohne Deckel) leicht köcheln lassen. Gewürzsäckchen nach 20 Minuten herausnehmen. Das Chutney ist fertig wenn es eine dickliche Konsistenz hat. Mit Salz und, wer einen kleinen scharfen Kick möchte, mit 1-2 Prisen Cayennepfeffer abschmecken (Vorsicht, heiß!). Falls es zu dick wird, kann man etwas Apfelsaft oder Wasser dazugeben.

Fürs Grillen kann man das Chutney auch ein paar Tage vorher vorbereiten und dann kochend heiß in ein steriles Einmachglas füllen und zuschrauben.


Quellen: Rezept frei nach lecker.de und Harissaliebe (Blog mittlerweile gelöscht), Gewürzkunde nach Ingo Holland, "Gewürze" - 2006

Dienstag, 15. September 2015

Hackfleisch goes (pea)nuts

Auch wenn man Hackfleisch auf viele, sehr viele verschiedene Arten zubereiten kann, machen wir dann doch meist die Klassiker: Bolo, Buletten und Hackbraten. Und auch wenn das zurecht alles sehr beliebt ist, habe ich gerne mal Abwechslung, und bin grundsätzlich auf der Suche nach anders. 
Also: Hackfleisch mal anders - vielleicht eher asiatisch?

Nein, Hackfleisch gehört nicht zu den Big 20.
Und auch in der gehobenen Gastronomie hat Hackfleisch einen schlechten Ruf. Dabei kann man - neben der Zubereitungsart - eigentlich auch selbst bestimmen, aus welchem Fleisch es besteht: qualitativ hochwertiges Fleisch aussuchen, selbst durch den Fleischwolf drehen oder den Metzger darum bitten.
Allerdings muss man bei dieser Verarbeitung (die Struktur des Fleisches wird ja weitgehend zerstört) beachten, dass das Fleisch nicht zu mager ist, sondern genügend Fett hat. Sonst wird das Ergebnis trocken, egal wie teuer das Fleisch war.

Erdnüsse wiederum haben eine "vorteilhafte Nährstoffkombination" - und der Junior liebt sie. Mit Hack kombiniert hatten wir sie noch nicht. Also, das könnte doch was sein.

Mir ist im Originalrezept viel zu viel Ingwer, die Menge habe ich vorsorglich gleich mal gedrittelt - und das passte für mich auch. Der Koch hat sich für das nächste Mal eine Erdnussbutter-Füllung gewünscht... ich weiß ja nicht. Aber gut, jeder wie er mag.
Und der kleine Mann hat einfach einen Faible für kleine Fleischklöpse, wie die meisten Kinder. Ziemlich egal, was da sonst noch so drin ist - obwohl er sogar interessiert danach gefragt hat.

Außerdem kann man die auch prima als Proviant mit auf Reisen nehmen. Deshalb merke ich mir das Rezept für die nächste längere Urlaubsfahrt. (Der Alltag hat uns wieder... *schluchz*)
Ich mag das, ein kleines Stückchen Heimat mit auf eine Fahrt zu nehmen - denn vor Ort sind dann ja eher die Dinge interessant, die es bei uns nicht gibt.
Ich gebe zu, wir waren nicht allzu weit weg, sondern "nur" bei unseren niederländischen Nachbarn (In 5 Stunden am Meer!). Aber selbst da gibt es genügend Unterschiede beim Essen, auch jenseits von Kibbeling und Kroket. Wir waren zum Beispiel von der Gemüse-Auswahl im Supermarkt begeistert und haben gleich mal Bimi ausprobiert. Das würde auch als Beilage zu diesem Rezept passen... falls man ihn in Deutschland findet.


Erdnussbällchen mit Curryreis und scharfem Gurkensalat

Zutaten:

Langkornreis
Currypulver, mild
1 Lorbeerblatt
eine Handvoll Erdnüsse, für Kinder natur, ungesalzen, sonst auch geröstet und gesalzen
1 Scheibe Toastbrot
ev. Semmelbrösel oder Panko
ca. 4 g frischer Ingwer
1-2 Frühlingszwiebeln
250 g Schweinehackfleisch
1 Ei (bei Größe S 2 Stück)
Salz
Pfeffer
eine Prise Cayennepfeffer
Öl
Salatgurke
asiatische Sweet-Chili-Sauce
etwas Apfelmus oder -saft
Sojasauce
Spritzer Limetten- oder Zitronensaft
Sesam, schwarz oder normal


Reis in etwas Butter bei geringer Hitze mit Curry (je nach Menge und Geschmack, etwa 1 TL) anschwitzen. Mit Wasser nach Packungsangabe auffüllen, eine ordentlichen Prise Salz und Lorbeerblatt hinzufügen und entsprechend kochen lassen.

Gurke längs halbieren und Kerne mit einem kleinen Löffel herauskratzen. Gurke in Halbmonde schneiden. Mit Sweet-Chili-Sauce, Öl, Apfelmus (oder -saft), etwas Sojasauce und Limettensaft verrühren und abschmecken.

Toast in reichlich kaltem Wasser (oder Milch) einweichen. Erdnüsse hacken. (Wenn Kinder mitessen nicht zu grob - Erstickungsgefahr!) Frischen Ingwer schälen, Frühlingszwiebeln putzen und beides fein hacken. Toast ausdrücken und mit Hackfleisch, Ei, Ingwer, Zwiebeln und Gewürzen verkneten.
Zur Probe ein Bällchen mit feuchten Händen formen und ausbacken. Eventuell nachwürzen und Semmelbrösel/Panko oder 1 kleines Ei hinzugeben, damit der Teig besser zusammenhält. 

Reis abschütten und ggf. mit Curry abschmecken. Salat mit Sesam bestreuen. Beides mit Hackbällchen servieren.

Quelle: Rezept frei nach Essen & Trinken Für jeden Tag 3/2008, Warenkunde Hackfleisch bei Essen & Trinken

Mittwoch, 12. August 2015

Serie: Durstlöscher für Kleinkinder - Folge 2

Die Hitze hält an, auf großes Kochen haben wir dieser Tage schlicht keine Lust. 
Also halten wir den Aufwand klein und bleiben beim Durstlöscher-Thema.

Auch hier wieder. Es sieht einfach toll aus: eine Glaskaraffe, klares Wasser, satt-grüne Kräuter, dunkelrote Himbeeren. Aaah.
Letztere sind am Anfang übrigens nur zur Show drin. Wenn man sie nicht andrückt, geben sie nämlich erstmal keinen Geschmack ans Wasser ab. Sondern sehen einfach nur gut aus. 

Aber wenn das Ganze eine Nacht im Kühlschrank war, kommt langsam eine deutliche Himbeernote dazu, und das Wasser bekommt eine Girlie-mäßige Farbe... fast ein bisschen magisch...
So etwas einfaches, so viel Show. Ich mach ja keine Fotos hier. In solchen Momenten wünschte ich kurz, ich würde. Denn es sah noch viel schöner aus als das Foto im Orginalrezept...

Wer den Geschmack sofort haben möchte, kann sie sich natürlich auch aus der Karaffe angeln. So hat das der kleine Mann gemacht, hat sie "zerquäätscht" und dann rein ins Glas. 
"Das kann man trinken." 
Ja, kann man, Junior. *grins* Wenn's dich glücklich macht.
Passt zu seiner momentanen "Ich muss alles BESTIMMEN!!!"-Phase...


Kräuter-Zitronengras-(Himbeer-)Wasser

Zutaten:

1 Stängel Zitronengras
2-3 Zweige frische Minze
3 Blätter frisches Basilikum
1 Stängel Thymian
eine Handvoll Himbeeren (frisch, es geht aber auch TK)
stilles Wasser

Das Zitronengras mit einem Plattiereisen, einer kleinen schweren Pfanne oder einem Topf anschlagen, anschließend halbieren. Die Kräuter waschen. Mit Zitronengras in einer Karaffe mit stillem Wasser aufgießen.
Nach etwa 3 Stunden das Zitronengras entfernen, je nachdem wie intensiv man den Geschmack möchte kann man es auch länger drin lassen. Weiteres Ziehenlassen intensiviert den Kräutergeschmack.
Die Himbeeren kurz vor dem Servieren dazu geben, oder, wer ein rosa Himbeer-Wasser möchte, von Anfang an mit ziehen lassen.



Bereits bei "mit Kind und Koch":
Selbstgemachte Zitronenlimonade mit Xylit
Basilikum-Nektarinen-Wasser

Quelle: Rezept frei nach Kräuterwasser von Brigitte

Samstag, 8. August 2015

Das Wetter hat wieder mal fast Fieber...

Als es das letzte Mal so heiß war, hat der kleine Mann dazu auch noch geglüht. Körpertemperatur = Außentemperatur, sprich: an die 40 Grad.
Das ist einfach zu heiß. 

Der arme Kerl lag mit Fieber und Magen-Darm flach und ich saß in der einigermaßen kühlen Kellerwohnung, in die wir uns - zum Glück! - luxuriöserweise zurückziehen konnten, und schälte Karotten für die gute alte Moro-Suppe, die das Kind sich freiwillig (!) gewünscht hat.
Schlauer Körper eines schlauen Kindes. Dachte ich. Aber das eigentliche Essen, also Mund auf - Suppe rein - runterschlucken, wäre da schon der essentielle Part gewesen...
Nun gut, Arbeit umsonst aber wir vertrauen ja darauf, dass er weiß, was ihm gut tut. In diesem Fall wohl doch keine Suppe.

Ich wünschte, ich wüsste so genau, was mir gut tut, bei dem anstrengenden Wetter. 
Aber Moment, wir haben doch noch jede Menge getrocknetes Brot von unserem Kinder-Sommerfest im Garten übrig... und die beste Devise bei diesen Temperaturen: so wenig heißer Dampf in der Küche wie möglich. 
Und wenn das Essen dann noch lauwarm aber höchst aromatisch ist, dann danke ich der italienischen Mamma, die aus Resten solch eine Köstlichkeit erschaffen hat!


Brotsalat mit Tomaten, Parmesan und fruchtiger Vinaigrette


Zutaten:

Weißbrot vom Vortag
reife Tomaten
Zwiebeln
Knoblauch
Parmesan
frisches Basilikum
einige Brombeeren
roter Balsamessig
Olivenöl
etwas Senf
Salz
Pfeffer

Das Brot in mundgerechte Würfel schneiden. Tomaten waschen und vierteln. Brombeeren waschen und durch ein Sieb streichen. Mit Essig, Öl, Senf, Salz und Pfeffer verrühren. Parmesan hobeln. Basilikum waschen und fein hacken. Zwiebel in Würfel schneiden. Nun alle Zutaten bis auf das Brot vermischen und abschmecken. Die Brotwürfel bei mittlerer Hitze in einer Pfanne mit Olivenöl und einer zerdrückten Knoblauchzehe von allen Seiten rösten und zum Schluss mit etwas Salz und Pfeffer würzen.
Das Brot erst kurz vor dem Servieren zum restlichen Salat geben.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Serie: Durstlöscher für Kleinkinder - Folge 1

Es ist Sommer, es ist heiß, alle Welt hat Durst, klar. 

Mein Problem ist nur: für mich persönlich ist Wasser ziemlich langweilig. 
Ja, ich weiß, das sieht nicht jeder so. Der Koch kann ein Loblied auf das Trinken des kalten Nass singen und schmeckt tatsächlich Unterschiede zwischen verschiedenen Wässern (Wassern? Wassersorten?), die ich nicht schmecke. Oder vielleicht ist es mir auch einfach nur wurscht.

Für mich ist es jedenfalls eine Strafe, den ganzen Tag nur Wasser trinken zu müssen. Die Alternative "Heißgetränke" lockt mich allerdings meistens noch weniger, vor allem bei den Temperaturen. Und immer nur Süßbapp-Limo oder Saft ist ja auch nix - vor allem nicht in Anwesenheit des kleinen Mannes.
Aus Eigeninteresse und für mein "Bloß nicht unnötig viel Zucker für den Junior in Form von Flüssigkeiten"-Gewissen habe ich also Alternativen gesucht. 

Klar, Saftschorle, oder mal ein kalter (Früchte-) Tee geht auch. Aber was viel mehr her macht als die olle Apfelsaftschorle - Nein, zugegebenermaßen zurecht ein Klassiker - aber dennoch schicker für mich: Wasser mit Früchten und/oder Aromaten. 

Stilles Wasser in einer Karaffe mit (ungespritzten) Zitronenscheiben schmeckt erfrischend und sieht in meinen Augen auch noch unglaublich ästhetisch aus. Um nicht zu sagen *flüster* sexy.
Wenn der Hals kratzt, passt Ingwerwasser. Für Abwechslung sorgen Orangenscheiben und/oder Minzblätter.

Aber, NUN JA. Auch das, wird mir irgendwann langweilig. Also ab in die unerschöpflichen Tiefen des Internets. Was könnte da noch zusammen passen?
Wasser mit Nektarinen - sehr gut, die haben gerade Saison - und Basilikum? Im Ernst? Das muss ich probieren!

Und wieder: es sieht einfach schon total appetitanregend aus. Nektarine und Basilikum passen tatsächlich gut zusammen. 
Der kleine Mann will sofort wissen, was denn da drin ist, und greift zu. Klar, es gibt keine "Mmh, lecker, Limo!"-Ausrufe. Aber darum geht es ja auch nicht. Sondern ums Durst löschen.
Also: Mission erfüllt. Weitere folgen.

Basilikum-Nektarinen-Wasser

Zutaten:

1 Bio-Nektarine
frisches Basilikum

Die Nektarine waschen und in Scheiben schneiden. Einige Basilikumblätter abzupfen und waschen. Beides in eine Karaffe geben und mit Wasser übergießen. Ca. 20 Minuten stehen lassen, bis sich die Aromen entfaltet haben.



Bereits bei "mit Kind und Koch":
Selbstgemachte Zitronenlimonade mit Xylit


Quelle: Rezept von Brigitte

Mittwoch, 22. Juli 2015

Serie: The big 20 - Folge 9: Joghurt

Kinderernährung, so wie das Leben mit Kindern überhaupt, hat Phasen. Bedeutet, sich immer wieder auf Neues einzustellen.

Eine ganze Zeit lang wollte der kleine Mann jeden Morgen Joghurt. Mit Beeren. Das war so sicher wie das AMEN in der Kirche, da konnte ich abends schon die Tiefkühl-Früchte zum Auftauen rausstellen, die Schüssel und den Löffel bereit legen, das war nie umsonst. (Sehr praktisch, wenn man morgens etwas langsam in die Gänge kommt, so wie ich...)

Aber man darf bloß nicht glauben, das sei dann gesetzt. In letzter Zeit ist Joghurt eher out...und wurde von Müsli mit Milch ersetzt. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

"Joghurt enthält lebende Bakterien und das macht ihn so wertvoll" - ist das wirklich so? Ist es egal, welche, Hauptsache Bakterien? Oder sollte man eine bestimmte Art bevorzugen? 
"Besonders vorteilhaft ist der so genannte probiotische Joghurt", der Milchsäurebakterien wie Lactobacillus casei, Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium bifidum enthält. Nur die können nämlich das "Säurebad im Magen" überleben und überhaupt im Darm wirken. 

Die Aussage von Frau Eugster "Diese siedeln sich im Dickdarm als gesunde Darmflora an und stärken das Immunsystem." halte ich nach meiner Recherche allerdings für fragwürdig. Nein, das wäre nur höflich - ich halte sie für falsch. (So. Auch mal Kritik an meinen üblichen Quellen). 

Eher so: so lange ich sie sehr regelmäßig zu mir nehme, tun sie dem Darm gut, aber sie siedeln sich (leider) nicht so an, dass z.B. eine Kur mit probiotischem Joghurtdrinks langfristige Wirkung (außer schwindenden finanziellen Mitteln) zeigen würde. 
Eine Kur macht beispielsweise nach starker Belastung durch Antibiotikum trotzdem Sinn, denn die Bakterien siedeln sich "für kurze Zeit auf der Schleimhaut an, wobei sie krankmachende (pathogene) Bakterien verdrängen und deren Wachstum hemmen können."

Aber auch nicht-probiotischer Joghurt ist wertvoll, denn er "enthält zudem wertvolles Kalzium und die Vitamine aus der Milch. Zusammen mit Beeren ist Joghurt eine gesunde, schmackhafte Zwischenverpflegung oder ein leckeres Frühstück." Vorausgesetzt, es handelt sich um Naturjoghurt, und nicht um die knirschende, als Fruchtjoghurt getarnte Variante.

Ja, nu, dazu braucht man ja aber eher kein Rezept. 
Aber man kann ja auch ein leckeres, schnelles Eis daraus machen, das - wenn man möchte - nur fruchteigene Süße enthält und nicht so eine Zuckerbombe ist, wie das am Frozen-Yoghurt-Stand... 

Und Eis ist beim kleinen Mann erstmal nicht out. 
Wen wunderts.


Das schnellste Eis der Welt oder Falscher Frozen Yoghurt


Zutaten:

Beeren, TK, z.B. Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren...
ggf. etwas Limetten- oder Zitronensaft
Naturjoghurt (besonders cremig wird es mit griechischem Sahnejoghurt)
Puderzucker oder Xylit (nach Geschmack)

(Das Verhältnis von Joghurt und TK-Früchten sollte in etwa 1:1 sein - eventuell nach dem Pürieren durch mehr Beeren fester oder mit Joghurt flüssiger machen.)

Joghurt in eine hohe Schüssel geben. Pürierstab bereit legen. Tiefgekühlte Beeren, etwas Zitronensaft (wenn es nicht sehr saure Beeren sind - zu Heidelbeeren passt er sehr gut) und Zucker dazu geben und pürieren bis eine cremige Masse entstanden ist. Nicht zu lange, sonst wird es zu flüssig. Eventuell mit Zucker abschmecken.
Sofort servieren.


Quellen: Gabi Eugster "Kinderernährung gesund & richtig" - 2012, AOK - Artikel über Probiotika, regelmäßig geprüft von der DGE, Infos zu Joghurt zur WDR-Sendung "Der Vorkoster", März 2015,

Montag, 11. Mai 2015

Nudel-Strudel

Ich liebe Aufläufe. Man kann sie super vorbereiten, und das gibt mir ein gutes Gefühl - egal, ob wir ihn erst am nächsten Tag oder eine Stunde später essen. 
Alles kommt in eine Auflaufform, die Küche kann man gleich wieder fit machen. 
Und dann das Rituelle - die Form in den heißen Ofen stellen. PAUSE. Langsam zieht der feine Duft durch die Wohnung, und weckt den Hunger (wenn er nicht schon da ist)... Man nimmt das fertige Gericht heraus, stellt es auf den Tisch, und: voilá! "Ofenglück" wurde das bei einer Kochmagazin-Ausgabe genannt. Genau!
Danach das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine und: Feierabend! Das muss sich eine kluge Frau ausgedacht haben. *grins*

Auf diesen Auflauf bin ich gekommen, weil der kleine Mann Maultaschen sehr gerne mag. In dieser Variante kann ich selbst bestimmen, was rein kommt. 'Maultasche' passt aber nicht mehr wirklich - und ich mag es, Gerichten, lustige, kindgerechte Namen zu geben. Nach Pumuckl: was sich reimt, ist immer gut!

Natürlich kam wie immer alles anders - der kleine Mann ist ohne Essen ins Bett... akute Müdigkeit. Und der Koch und ich haben alleine gegessen. Und waren sehr angetan.

Nur als wir dem kleinen Mann am übernächsten Tag den Rest präsentierten, waren wir etwas enttäuscht. Aufgewärmt war er nämlich um Längen schlechter als frisch. Und das ist für einen Nudelauflauf - siehe Lasagne! - eigentlich untypisch. Die schmecken sonst eigentlich noch besser, je öfter sie aufgewärmt werden.
Nun ja, man kann ja auch die Hälfte machen, und leer essen, ne?!


Zutaten:

1 Packung frischen Fertig-Maultaschen- oder Nudelteig (mit möglichst wenig Zusatzstoffen)
2 Stangen Lauch
ca. 200 g Speckwürfel
etwas Parmesan
geriebener mittelalter Gouda
200 g Schmand oder Sauerrahm
1 Ei
100 ml Schlagsahne
100 ml Milch
Salz
Pfeffer
Muskat


Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
Nudelteig aus dem Kühlschrank legen. Lauch in Ringe schneiden, waschen und trocken schleudern.
Speckwürfel in einer Pfanne leicht anbraten. Lauch dazu geben, ev. etwas Öl dazu geben. Zum Abkühlen aus der Pfanne auf einen Teller geben.
Falls ein kleiner Bratensatz in der Pfanne entstanden ist, lohnt es sich, diesen mit der Milch abzulöschen und mit einem Schneebesen kurz vom Boden zu lösen.
Parmesan reiben. Schmand mit Ei, Pfeffer und Muskat verrühren. Parmesan, etwas geriebenen Gouda, Lauch und Speck unterrühren und die Füllung vorsichtig salzen. Falls sie zu fest ist, etwas Sahne unterrühren.
Nudelteig ausrollen und mit der Füllung bestreichen, am Rand etwas frei lassen, da die Füllung sonst heraus quillt.
Sahne und Milch mit Salz, Pfeffer und Muskat verrühren. (Die Menge hängt von der Größe der Form ab - der Strudel sollte möglichst kompakt darin sitzen, um die Flüssigkeit rundherum gut aufnehmen zu können.)
Den Nudelteig (von der kurzen Seite) einrollen und mit einem Sägemesser quer halbieren. Etwas Milch-Sahne-Gemisch unten in eine mittelgroße Auflaufform gießen und beide Strudelhälften hinein setzen. Mit restlichem Gemisch übergießen. Mit Käse bestreuen.
Etwa 35-40 Minuten im Ofen backen.


Quelle: Rezept frei nach buerger.de

Samstag, 11. April 2015

Serie: The big 20 - Folge 8: Hähnchenbrust und Putenbrust

Diese Folge passt grad sehr gut rein. Der kleine Mann ist nämlich gerade ein ziemlicher Fleischfresser.
Und auch wenn er bisher sehr viel Gemüse gegessen und fast alles probiert hat, ist das gerade ziemlich out. Die "Bratwurst mit Pommes"-Phase, will ich mal sagen. Oder halt "kalte Nudeln." *Stöhn*
Zum Glück hab ich ja im Hinterkopf, dass Abwechslungsreichtum für das Angebot gilt, es aber nicht schlimm ist, wenn die Kleinen phasenweise nicht gerade abwechslungsreich essen.

Umso besser wenn mir dann noch von wissenschaftlicher Seite versichert wird, dass auch Fleisch durchaus zu den Big 20 der Lebensmittel gehört! "Hähnchenfleisch enthält wertvolles, leicht verdauliches tierisches Eiweiß und die Vitamine der B-Gruppe sowie die Mineralstoffe Selen, Eisen und Zink. Hähnchen- und Putenbrust enthalten nur wenig Fett."

Und weiter: "Aber Achtung: Billige Produkte stammen nicht selten aus Massentierhaltung, bei der wegen Tierseuchengefahr häufiger zu Medikamenten gegriffen wird." 
Nur woran erkenne ich, dass es keine Massentierhaltung ist? Am Fleisch erkennt man das nur durchs Aussehen erstmal gar nicht.
Wer beim Metzger kauft, muss im Zweifel fragen. Im Supermarkt ist das Fleisch entsprechend gekennzeichnet - wenn es überhaupt kein Siegel hat, ist es Massentierhaltung. Mittlerweile gibt es auch ein Siegel des Deutschen Tierschutzbundes, das artgerechte Haltung garantieren soll. 
Noch besser: Bio-Qualität - aber bei Fleisch halt richtig teuer. Mittlerweile sind aber auch einige Produkte im normalen Supermarkt und auch Discounter entsprechend gekennzeichnet. Allerdings muss man sich da im Klaren sein, dass Massen-Supermarkt und Bio-Aufzucht nicht so arg gut zusammenpassen. Denn Masse bedeutet auch da heute zum Teil schon Industrialisierung, und damit wird vieles aufgegeben, was zu "Bio" eigentlich dazu gehört. Bioland-Pressesprecher Wehde zum Thema Fleisch: "Wir sagen: Iss die Hälfte, dafür Bio."

Und was genau ist mit Hähnchenbrust/Putenbrust gemeint? Im Handel wird die Brust fälschlicherweise oft als "Filet" verkauft, obwohl es mit einem Fleischteil wie Rinderfilet, das im Rücken sitzt, reichlich wenig zu tun hat. Das "Hähncheninnenfilet" hängt unter der Brust, ist deshalb schön zart und eignet sich zum Beispiel prima für Saté-Spieße. Das brauchen wir für unseren Zweck aber nicht, denn es ist viel zu klein.

Der Abwechslung wegen gibt es nämlich nicht gebratene oder panierte Hähnchenbrust oder Geschnetzeltes, sondern wir versuchen mal was Anderes. Genauer: pochierte Röllchen, gefüllt mit einer Frischkäse-Creme. Kein Fett zum Garen, dafür ein bisschen in der Füllung. 
Und das kommt SEHR GUT beim kleinen Mann an. Wahrscheinlich weil es schön zart-weich ist und ein bisschen wie eine Wurst aussieht. Und die weiche, leckere Füllung tut ihr Übriges. Und die kann man natürlich beliebig variieren: getrocknete Tomaten, Oliven, Spinat...

Dazu gibt es Einkorn. Auch ein erster Versuch. Wessen Kind aber Zartweizen mag, der wird kein Problem haben, das schmeckt nämlich sehr ähnlich.



Zutaten:

Hähnchenbrust
Frischkäse
Parmesan
Italienische Kräuter, TK
Einkorn (gibt es im Bio-Markt) oder Zartweizen
Salz
Pfeffer

Einkorn (Menge wie bei Reis) am Vorabend in kaltem Wasser einweichen. Dann nach Packungsanweisung (bei uns: 20 min köcheln, 45 min quellen) zubereiten.
Hähnchenbrust der Länge nach seitlich ein- aber nicht durchschneiden (Schmetterlingsschnitt), mit Frischhaltefolie bedecken und vorsichtig plattieren (Wenn es sehr dünn ist, das Fleisch am Besten in einen Gefrierbeutel legen und dann plattieren.). Mit Salz und Pfeffer würzen. 
Frischkäse, geriebenen Parmesan und Kräuter glatt rühren und mit einer Palette dünn auf das Fleisch auftragen. Das Fleisch anschließend straff aufrollen. Nun die Roulade erst in Frischhaltefolie und dann in Alufolie wickeln und stramm verschließen, indem man die Enden wie bei einem Bonbon gegeneinander eindreht. 
Wasser zum Kochen bringen, Topf vom Herd nehmen und die Röllchen hineingeben. Den Topf wieder auf den Herd stellen (geringste Stufe) und das Fleisch 30 Minuten lang unterhalb des Siedepunkts garziehen lassen. 

Die Rouladen aus der Folie wickeln. Wer es nicht so weich möchte, kann sie vor dem Servieren kurz in Butter goldbraun braten. 
Dazu passt Tomaten(-Sahne)-Sauce.


Quellen: Gabi Eugster "Kinderernährung gesund & richtig" - 2012, Erklärung zum Schmetterlingsschnitt, Infos zum Siegel des Deutschen Tierschutzbundes, Interview mit Bioland-Pressesprecher

Montag, 6. April 2015

Toast-Ei-Nester

Ostern?
Die erste Woche Osterurlaub war einfach nur anstrengend. Ich sag bloß Autonomiephase... Keine klassischen Trotz/Wutanfälle des kleinen Mannes, aber jede Menge NEIN!!!, Ich will...!, Ich hau ab!!! und Unfug, bis hin zu Zerstörung und Terror... Dazu dieses fiese Sturm-April-Wetter. Erholung sieht wirklich anders aus.
Ich hab nie wirklich verstanden, wenn Mütter nach dem Familienurlaub sagen "Es war so anstrengend, ich bräucht jetzt nochmal Urlaub." Jetzt schon.

Was waren wir froh, als die Osterfeiertage, und damit Familie und Ablenkung da waren. Endlich nicht mehr zu dritt! 
Da waren die Toast-Ei-Nester fürs Ostermontags-Brunch wirklich die leichteste Übung. Auch wenn der Junior keine Eier mag. Aber das ist ja grade nicht das einzige.

Ich weiß, das gehört so. Das muss so. Das ist alles normal. Aber musste das gerade im Urlaub sein?
Wir müssen unseren Begriff von Urlaub überdenken...
Und ansonsten wohl
aus- und durchhalten.

Mahlzeit. 
Also, Prost Mahlzeit.



Zutaten:

Pro Person


1 Ei, Größe S oder M
1 Scheibe Toast
1 Scheibe Frühstücksspeck
Salz
Pfeffer
etwas Pflücksalat
Essig
Öl
Orangensaft
Senf

Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Das Toastbrot mit einem Nudelholz flach pressen und an jeder Seite mittig ca. 2 cm einschneiden. Den Bacon in einer Pfanne kurz auslassen, ohne dass er braun wird. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen.
Eine Muffinform fetten, Toast wie ein Nest hineinsetzen.
Bacon halbieren, sowohl längs als auch quer, und kreuzförmig ins Toastnest legen. Nest leicht salzen.
Die Eier sollten möglichst klein sein, sonst läuft Eiweiß aus. Bei unserer Form haben M-Eier gerade so gepasst. Ei vorsichtig hineinschlagen. Salzen und Pfeffern.
Für 12-15 Minuten im Ofen backen, je nachdem wie weich das Ei sein soll.
Inzwischen den Salat waschen und trocken schleudern. Auf kleinen Teller im Ring anrichten. Aus Essig, Öl und Saft ein Dressing herstellen (im Verhältnis 1:2:1) und mit Senf emulgieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Auf den Salat träufeln.
Toast-Ei-Nester in die Mitte setzen und servieren.

Quelle: Rezept frei nach Foolforfood


Mittwoch, 18. März 2015

Welchen Namen geb ich dem Kind? Oder: Brotfrikadellen

Normalerweise können mir Rezepte mit abgefahrenen Zutaten, die ich ohne Übung nicht mal aussprechen kann, ja gestohlen bleiben. Aber in diesem Falle hatten wir die meisten Zutaten, oh Wunder! tatsächlich da. Und es war einfach sehr fein. Allerdings, und nur deshalb empfehle ich das Rezept auch weiter, bin ich mir sicher, dass sie auch mit anderen Gewürzen sehr gut schmecken.

Dazu eignen die Teile sich wunderbar, um sie mitzunehmen, sie schmecken nämlich auch kalt. Also optimal für die Kinder-Brotbox geeignet, fürs Picknick oder eine Urlaubsfahrt. (Man kann ja mal träumen, ist schließlich schon fast Frühling...)

Um was es sich handelt? Tja, der Name. Im Original heißen sie Brot-Frikadellen, anderswo auch Fleischpflanzerl genannt, aber wer deshalb Fleisch erwartet, ist falsch gewickelt. Im Grunde sind es eigentlich gebratene (statt gekochte) Semmelknödel. Obwohl durch die kräftigen Gewürze das Ganze auch nicht mehr nur nach Brot schmeckt, sondern tatsächlich ein bisschen rauchig-fleischig-würzig. (Deshalb schmecken Sie wahrscheinlich auch dem kleinen Mann so gut...)

Aber, wie war das? "Name ist Schall und Rauch"

So "Nenn' es dann, wie du willst"!


Zutaten:

Brotfrikadellen

für 3-4 Personen


500 g altes Brot, z.B. Fladenbrot
ca. 250 ml Milch
2 Eier
etwas Paniermehl
2 mittelgroße rote Zwiebeln
etwas Knoblauch
1 Bund Frühlingszwiebeln
glatte Petersilie 
Salz 
frisch gemahlener Pfeffer
etwas Zitronenschale
1/2 TL Piment d'Espelette
2 TL Pimentón de la Vera dulce
ODER
1/2 TL Paprikapulver, rosenscharf
1 TL Paprikpulver, edelsüß
etwas Muskatnuss, gerieben
UND/ODER
getrocknete Tomaten
geriebener Käse

Das Brot - bevor es komplett durchgetrocknet ist - in grobe Stücke teilen. Die Milch leicht erwärmen und mit den Eiern vermischen. Über das Brot geben und umrühren, sodass alles durchweichen kann. Je trockenener das Brot ist, desto mehr Flüssigkeit benötigt man.
Frühlingszwiebeln waschen und in Ringe schneiden. Knoblauch fein hacken, Zwiebeln fein würfeln und beides leicht anschwitzen. Petersilie fein hacken. Etwas Zitronenschale dazugeben. Alles zum Brot geben, genauso wie alle Gewürze.
So viel Paniermehl zum Brot dazugeben, dass eine Frikadellen-artige Masse entsteht.
Eine kleine "Frikadelle" mit nassen Händen formen und zur Probe in Butterschmalz oder Öl ausbacken. Eventuell noch ein Ei und/oder Paniermehl dazugeben, falls der Teig nicht zusammen hält und ggf. nachwürzen.
Die Frikadellen bei mittlerer Hitze ausbraten, sodass sie bis ins Innere durchgebacken sind, das Ei gegart ist, und sie schön gebräunt und knusprig sind.
Auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

Dazu passt ein frischer Joghurtdip. Die Frikadellen kann man außerdem sehr gut einfrieren.


Quelle: Rezept frei nach Kuriositätenladen

Sonntag, 1. März 2015

Orecchiette mit Sesam-Tomatensoße

"Kühlschrank-Leichen" hat sicher jeder Mal. Zutaten, die man unbedingt haben musste, um dieses oder jenes tolle Rezept auszuprobieren. Und danach fragt man sich, was man jetzt damit machen soll. Und warum es das eigentlich nicht in einer kleineren Einheit zu kaufen gibt... Schließlich benötigt man es immer nur teelöffelweise.

Süßer Senf, zum Beispiel. Gibt's bei uns eigentlich nur zu Weißwürsten. Oder Currypaste. Wieso zum Teu*el ist das so ein Riesenglas? Ich bin doch keine Inderin, die das jede Woche verkocht!
Sesampaste gehört bei mir auch dazu. Gekauft für Sesam-Plätzchen - also im Dezember. Jetzt haben wir Anfang März. Und ich befürchte, wenn ich das nächste Mal das Glas öffne und reinrieche, ist sie ranzig.

Was war ich also erfreut, als ich in einem meiner abonnierten Koch-Blogs dieses Rezept entdeckt habe. (Auch wenn auch hier wieder keine große Menge verwendet wird...)
Und erstaunt: Tomatensoße mit Sesampaste? Was für eine Kombination! Das muss ich probieren.

Und ich muss sagen:
interessant. Und damit meine ich jetzt nicht das Alfred-Biolek-interessant, sondern wirklich: interessant. Mediterran und gleichzeitig ein bisschen exotisch.

Werde ich wieder machen!


Zutaten:

Orecchiette
Dosentomaten, am Besten die Datteltomaten mit Schale, oder sehr aromatische frische Tomaten
Zwiebel(n) oder Schalotten(n)
schwarze Oliven
1 Zweig Rosmarin
Oregano, frisch oder getrocknet
etwas Knoblauch
Tahini (Sesampaste)
ev. etwas Chili
etwas Agavendicksaft oder Zucker
Olivenöl
Salz
Pfeffer
etwas Parmesan

(Frische Tomaten waschen und halbieren.) Knoblauch und Zwiebeln schälen und fein würfeln. In etwas Olivenöl leicht anschwitzen und dann die Tomaten dazugeben und leicht anbraten bis sie geplatzt sind. Dann runterdrehen. Tomatensoße mit etwas Agavendicksaft oder Zucker leicht süßen. Rosmarin und Oregano dazugeben und sämig einkochen lassen. Nudeln nach Packungsanweisung al dente kochen.

Oliven halbieren. Die Soße eventuell mit etwas Nudelwasser verlängern und Tahini einrühren, auf ca. 300 ml Soße habe ich 2 TL Sesampaste genommen. Das sollte man einfach probieren. Wer möchte kann auch noch etwas Chilipulver oder eine sehr fein gewürfelte Schote dazugeben. Hitze reduzieren. Oliven in die Soße geben, Rosmarinzweig entfernen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Abgeschüttete Nudeln mit der Soße mischen und mit Parmesan bestreuen.


Quelle: Rezept frei nach highfoodquality.com