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Montag, 7. November 2016

Entschuldigung, haben Sie Weizenprobleme?

Bis vor Kurzem belegte die "Weizenwampe" als einziges Buch über Ernährung einen Platz auf der SPIEGEL-Bestsellerliste der Taschenbuch-Sachbücher - obwohl es schon 2013 erschienen ist.
Ein gut gewählter Titel, der mich unwillkürlich zusammenzucken lässt. Weizen an den Pranger gestellt? Und dann noch das Wort Wampe dazu... Hier scheint das gute alte Prinzip "Werbung funktioniert durch Angst" voll erfüllt.

Gerade scheint es in den Medien jedoch eher den Gegentrend zu geben, und es wird auch glutenfreie Ernährung, die der Autor Davis empfiehlt, reichlich kritisiert. Zumindest wenn sie als Allheilmittel daher kommt. Weizenwampe & Co sind umstritten. "Durch wissenschaftliche Studien nicht belegbare Behauptungen, Halbwahrheiten, Panikmache" - das sind die Vorwürfe.
Das Verteufeln eines einzelnen Lebensmittel scheint mir ohnehin selten die richtige Taktik zu sein. Also doch wieder nur ein Trend, bei dem 1 Kandidat für das gesamte Übel der essenden Bevölkerung verantwortlich gemacht wird?

Montag, 3. Oktober 2016

Zwischenstand: 5 goldene Regeln

Jetzt beschäftige ich mich schon dreieinhalb Jahre mit dem Thema Kinderernährung - Zeit, mal ein kleines Zwischenfazit zu ziehen.
Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Was weiß ich inzwischen? Was sind die 5 goldenen Regeln der Kinderernährung in Bezug auf Essverhalten und Ernährungsgewohnheiten?
Wie kann ich dazu beitragen, dass mein Kind sich gut ernährt?



Montag, 12. September 2016

Handwerklicher Trick: Kartoffeln schälen

Nach diesem Wochenende sind wir heute echte Couch Potatoes. Wir haben ausführlich die Hochzeit der Schwester des Kochs gefeiert (Kuss, Kuss, Kuss! in den Schwarzwald!) und uns alle drei erfolgreich ausgepowert. Da reicht es nicht für mehr als für einen kleinen handwerklichen Kniff zur deutschesten aller Gemüsesorten.



Aber ich sag es gleich. Ganz ehrlich: im Gegensatz zu anderen Tricks, die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen haben, ist dies hier einer mit Einschränkung. Wir hatten nämlich auch schon Kartoffelsorten, bei denen er nur begrenzt funktioniert hat. Vor allem wenn die Kartoffeln viele Löcher haben.

Aber wenn er klappt, dann spart er viel Zeit und verkürzt einen ziemlich nervigen Arbeitsschritt, der nicht umsonst laut Koch unbeliebte "Azubi-Arbeit" ist...

Montag, 25. Juli 2016

DIY-Geschenke - Teil 3: Männer+Frauen

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?
Nein, zum Glück nicht, auch wenn ich finde, dass dieses Jahr besonders schnell vorbei rast... Aber bis August ist noch Kirschenzeit, und in diesem Jahr habe ich es unglaublicherweise mal wieder geschafft, voraus zu denken... 


Eines der ersten Dinge, die der Koch und ich selbst gemacht und zum Weihnachtsfest verschenkt haben, war Kirsch-Likör. Und was habe ich mich nach Ende der Still-Zeit über die eine Flasche gefreut, die für uns noch übrig geblieben war! (Oh Mann, über 3 Jahre ist das jetzt schon wieder her...)

Wie befriedigend, finde ich: eine halbe Stunde Arbeit, einfach nur warten, und heraus kommt etwas Eigenes, nur durch Zeit und ein paar wenige Zutaten erschaffen. Dann noch in hübsche Flaschen abfüllen, beschriften - und angeben!

Der Kirschbaum in unserem eigenen Garten hat uns dieses Jahr ganze vier (nein, leider kein Schreibfehler...) Früchte geschenkt, aber glücklicherweise gibt es da ja noch Profis, denen nicht die ganze Ernte ausfällt... was'n Sommer!


Kirsch-Likör

Zutaten:

ca. 1 kg Kirschen, wenn es weniger sind ev. durch eine Packung getrocknete Kirschen ergänzen
ca. 200 ml dunkler (oder weißer) Rum
1-1,5 l Rotwein, trocken
1 Stange Zimt
1/2 Vanilleschote
etwas Zucker

Stängel entfernen, Kirschen gut waschen (nicht entkernen), solche mit Löchern und braunen Stellen aussortieren. Vanilleschote längs aufschlitzen. In ein Gefäß/Flasche mit weitem Hals geben, Zimt und Vanille dazugeben und alles mit Flüssigkeit vollständig bedecken. Flasche verschließen, damit der Alkohol sich nicht verflüchtigt.
Die Flasche etwa 8 Wochen an einen warmen Ort, ggf. an ein sonniges Fenster, stellen. Immer mal wieder schwenken und kontrollieren, dass die Kirschen mit Alkohol bedeckt sind.
Danach alles durch ein Tuch geben, Zimt und Vanille entfernen und die Kirschen durch das Tuch gut auspressen.
Ansatz probieren. Je nachdem wie süß man den Likör haben möchte, den Ansatz mit Zucker erwärmen bis der Zucker sich aufgelöst hat. Wenn man den Kirschgeschmack intensivieren will, etwas einkochen lassen. Dann geht allerdings etwas Alkohol verloren. Wer den Likör dann noch stärker haben möchte, kann danach Rum, Wodka oder Kirschwasser dazu geben. Abdecken und noch 1 Tag ruhen lassen. In Flasche(n) abfüllen und gut verschließen - wenn möglich mit einer Schrumpfkapsel. Die gibt es im Fachhandel: eine Plastikkappe für verschiedene Flaschenhals-Größen, die mit einem Haartrockner um den Korken geschrumpft wird und so die Flasche absolut luftdicht verschließt.

Montag, 6. Juni 2016

Zucker ist nicht gleich Zucker

Fasching im Kindergarten. Der Junior freut sich wie Bolle.
Es gibt ein Buffet, jeder soll etwas mitbringen. Ich schaue mir also die Vorschläge auf dem Plakat an, auf dem man sich eintragen kann. Der Junior war ein paar Tage krank und ich stelle fest: alles schon vergeben, außer dem Rohkostteller. Tja.


Na ja, dass das nicht der beliebteste Beitrag sein wird, neben Gummibärchen, Pommbären *augenverdreh* und Keksen, ist mir klar. 
Also stehe ich im Morgendunkel in der Küche und schnitze Gesichter in Minigurken und fülle sie mit Frischkäse, damit sie aussehen wie Geister (nein, das ist nicht so aufwändig wie es klingt) und der Teller wenigstens ein bisschen was her macht.
Als meine Mutter den Nachwuchs samt Dino-Kostüm und Resten nachmittags in bester Laune nachhause bringt, bin ich dann aber doch geschockt. Der Teller ist noch VOLL. Ich meine, ehrlich, da fehlen höchstens 3 Teile. Aufgerundet!
Ach kommt, Kiddies, ehrlich?!

Tja, das ist wohl der Lauf der Dinge - das in uns angelegte Programm "süß = selten > Her damit!" werden wir nicht los.

Sonntag, 28. Februar 2016

Essen ohne Autopilot

Inzwischen lese ich sogar den Begriff "Achtsamkeit beim Sex"... und befürchte, jetzt wird es zu einer bloßen Trend-Hülle verkommen.
Obwohl das Thema selbst bei körperlicher Liebe nicht fehl am Platz ist, denn Achtsamkeit ist ein ganzheitliches Konzept. Schließlich ist es möglich, ALLES achtsam zu tun.

Was ist denn aber überhaupt Achtsamkeit? 
Puh... Gemeint ist damit meist Achtsamkeit nach Kabat-Zinn, kurz gesagt:  
eine Form der Aufmerksamkeit, die absichtsvoll, gegenwärtig und nicht wertend ist.  
Das Grundkonzept kommt aus der buddhistischen Tradition. Dr. Kabat-Zinn hat daraus "Mindfulness based stress reduction" (MBSR) entwickelt, eine Methode zur Stressbewältigung, die sich u.a. auch bei chronischen Schmerzzuständen als sehr wirksam erwiesen hat. Nichts rein Mystisches, nein, wissenschaftliche Erkenntnisse.
Kein Wunder also, dass das im Trend liegt - in Zeiten, in denen viele Menschen mit den Begleiterscheinungen der modernen beschleunigten, reizüberfluteten Welt kämpfen, und sich mehr und mehr gestresst fühlen. Mir jedenfalls hat ein MBSR-Seminar in einer völlig erschöpften Lebensphase sehr geholfen.

Was aber hat das jetzt mit dem Thema Ernährung zu tun?


Nach meinen positiven Erfahrungen mit dem Thema Achtsamkeit bin ich irgendwann dem Buch "Schlank durch Achtsamkeit" begegnet. "Ach was," hab ich gedacht und zugegriffen. Obwohl das bei näherer Überlegung eigentlich ein ziemlich schwachsinniger Titel ist. (Sorry...) Der Untertitel "Durch inneres Gleichgewicht zum Idealgewicht" ist zwar besser, aber auch nicht wirklich. Was ist denn das Idealgewicht? Wer bestimmt das? Der BMI? Der BAI (Body-Adiposity-Index)? 
Nee... Dass ich davon nichts halte ist klar. Idealgewicht nur wenn gemeint ist, dass ich mich dann "ideal" fühle. Aber die Idee, bewusster zu essen, daran bleibe ich immer wieder hängen.

Wie oft sind wir beim Essen zweitbeschäftigt? Nicht wirklich bei der Sache, weil der Fernseher läuft oder wir ein Auge auf Computer, Smartphone oder das Kleinkind haben? In Gedanken schon den Einkaufszettel schreiben, oder das nächste Telefonat führen? Wie oft erwische ich mich, dass ich bei der Arbeit esse, weil ich ja sonst nicht dazu komme...? Dass es bei so viel Ablenkung schwierig ist, wirklich präsent zu sein, mit allen Sinnen, ist klar.

Das was Essensanfänger noch tun - Essen mit dem Mund erforschen, mit der Zunge befühlen, den Duft aufsaugen, ewig im Mund zerkauen, zermatschen (und manchmal anschließend wieder aus dem Mund nehmen und betrachten oder befühlen), das machen wir Erwachsenen längst nicht mehr. Nicht nur der sozialen Konvention wegen. So viel Zeit nehmen wir uns schlicht gar nicht.

Nicht umsonst gibt es (immer noch) so viel Angebote bei Fast und Convenience Food. Fast Food geht zwar auch gesund, denn wie schnell ein Essen hergestellt wurde, sagt noch nicht zwangsläufig etwas über dessen Qualität. (Daher auch der neue Trendbegriff "Fast Good.") Wenn Fast Food jedoch heißt, dass man alles unachtsam und schnell, schnell in sich hinein schlingt, dann ist das auf Dauer definitiv ungesund.

Wie kann uns jetzt Achtsamkeit da helfen? 
Der klassische Einstieg in ein MBSR-Seminar ist das ganz bewusste, sehr langsame ESSEN einer Rosine. Für viele Teilnehmer eine völlig neue Erfahrung, die tatsächlich sogar Disziplin benötigt - den Impuls einfach zu schlucken, muss man da mehrfach unterdrücken.

Unsere Aufmerksamkeit ist oft beim ersten Bissen/Löffel noch da, und meistens auch beim letzten (wohl hauptsächlich weil wir wissen, dass es der letzte ist...) - aber den Mittelteil, den "verschlafen" wir oft völlig. Autopilot.
Deshalb kann es ein Augen-öffnendes Erlebnis sein, wenn man alle Sinne "einschaltet" und an das Essen heran geht, als wäre es die erste Rosine des Lebens.

"Es ist vielleicht weniger wichtig, was wir essen, als dass wir es bewusst tun. Wir sollten wieder spüren lernen, ob ein Lebensmittel uns gut tut oder nicht. Genießen wir unser Essen mit dem Wissen, wie viel Energie hineingewandert ist, die uns jetzt Kraft gibt." sagt auch der Schulmediziner Grönemeyer.

Achtsames Essen beinhaltet die Möglichkeit, dass alle sonstigen Gefühle, alle ungünstigen Mechanismen, die eigentlich nicht zum Essen gehören sollten, in den Hintergrund treten. Wenn ich mich voll auf das Erlebnis Essen einlasse, ist kein Platz für diesen Quatsch.
So ist es auch leichter, sinnvolle Entscheidungen zu treffen: bin ich satt, oder habe ich noch Hunger? Tut mir das Essen gut, oder spüre ich, dass ich es eigentlich nicht essen sollte? Einfach weil es keine Ablenkungen gibt, die diese Dinge überdecken.

Nein, das mache ich nicht jeden Tag. Aber es kann mir doch nur gut tun, mich immer wieder daran zu erinnern, mir Zeit zu nehmen - für mich, für meinen Körper, für mein Essen.

Sind nicht die Momente im Leben die schönsten, die wir mit allen Sinnen, in vollen Zügen genießen?
Bisschen kitschig, sagt der Koch. Ja. Aber auch wahr.


Quellen: Roland Pierre Schweppe "Schlank durch Achtsamkeit" - 5. Auflage, Dietrich Grönemeyer "Der kleine Medicus" - 3. Auflage 2005 (S. 177)

Dienstag, 15. Dezember 2015

DIY-Geschenke - Teil 2: Frauen

Bevor ich selbst im ultimativen Weihnachtsstress versinke... nach Teil 1 der selbstgemachten Geschenkideen schnell noch was für die Frauen.

Irgendwie sehr passend, denn bisher sind wir noch nicht dazu gekommen, auch nur einen Schluck Glühwein zu trinken. Das Wetter hat uns aber auch nicht gerade dazu ermuntert... 
Aber die Hoffnung auf weiße Weihnacht stirbt bekanntlich erst am 24.12. gegen 18 Uhr... und falls es wieder nicht klappt, und sich die Lust auf warmen Glühwein in der warmen Weihnachtsstube in Grenzen hält (ich grübele noch, welches ärmelose Teil ich habe, das anständig-festlich genug ist) kommt diese Idee hier.

In unserem Familien- und Bekanntenkreis sind es oft die Frauen, die sich auf den Aperitif freuen. Also wer eine volljährige Sie kennt, die gerne Glühwein und Sekt trinkt, dem empfehle ich:  Glühwein-Sirup.

Das letzte Mal haben wir das Stöffchen als kleines Hochzeitsgeschenk in der Weihnachtszeit gemacht. (Ihr Lieben, bald habt ihr 1. Hochzeitstag, Glückwunsch!)  Uns wurde berichtet, dass er sich prima zum Anstoßen an Heiligabend gemacht hat. 
Also, Glühwein machen oder kaufen, zum Sirup einkochen und ab in eine hübsche Glasflasche. Dazu wieder mal ein liebevolles Etikett und... voila!

So, inzwischen ist mir das zweite Blech Plätzchen fast verbrannt... Das hab ich nun davon, dass ich wieder alles gleichzeitig mache. 
Macht es besser! *zwinker* 
Viel Spaß beim Schenken!  

Glühwein-Sirup

Zutaten:

1 Vanilleschote
650 ml Glühwein (Rotwein mit Glühweingewürz oder fertig gekauft)
100 ml Orangensaft, frisch gepresst
250 g Zucker

Dazu: trockener Sekt, etwa 1 TL Sirup pro Glas


Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark mit dem Messerrücken herauskratzen. Glühwein gemeinsam mit der Vanille, Orangensaft und Zucker in einem nicht zu schmalen Topf verrühren.

Alles aufkochen und bei starker Hitze unter regelmäßigem Rühren auf etwa 250 ml einkochen. Der Sirup sollte bereits leicht zähflüssig sein, wird aber in kaltem Zustand noch dicker.

Inzwischen eine Glasflasche oder -Gefäß mit kochendem Wasser ausspülen.
Nach dem Abkühlen die Vanilleschote entfernen und Sirup in die Flasche einfüllen.



Quelle: essen & trinken spezial "Süße Weihnachten" - 2010, eine Sammlung von Freebies (Etiketten & Co) gibt es beim Kuriositätenladen

Montag, 14. Dezember 2015

DIY-Geschenke - Teil 1: Männer

Auf die Gefahr hin, dass hier Menschen mitlesen, die in den Kreis derer gehören, die von uns zu Weihnachten beschenkt werden, also: *zwinker* Spoiler alert!
Wir verschenken gerne Selbstgemachtes. Ich weiß, ein Haufen Machenlasser denkt jetzt: "Ooch nöö! Noch so Selbermacher..." 
JA. Wir stehen dazu. Uns macht es mehr Spaß, Geschenke mit Liebe und Zeit - und manchmal auch ziemlich viel Augenzwinkern - zu versehen, als nur die EC-Karte über die Theke zu reichen. 
Irgendwie fällt mir persönlich da auch immer mehr ein, als wenn ich - wie diesen Samstag ziemlich erfolglos - durch die Geschäfte tingel, gemeinsam mit der halben Welt... Es gibt mir einfach mehr Raum, mich auszudrücken, meine Liebe, Freude, Dankbarkeit für die Menschen um mich herum. So. So viel Missionarisches.

Noch dazu: Blogs sind für DIY-Geschenke ein Segen. Unerschöpfliche Ideenpools, Quelle für jede Menge Freebies (kostenlose Downloads von Vorlagen, Bastelanleitungen etc.) und Erfahrungsberichte aus erster Hand.

Stand heute sind es noch 10 Tage bis Weihnachten, falls jemand also noch ein Männer-Geschenk sucht, empfiehlt der Koch:
"Magic Dust"-Gewürzmischung

Warum ist die so toll, dass sie den Namen "Magischer Staub" verdient hat? Das Urgestein der Grillgewürze ist absolut rund und passt somit zu sämtlichen Sorten Fleisch und alles was mit Kartoffeln zu tun hat. Besonders geeignet deshalb für den Prototyp Mann, der gerne Fleisch isst (also fast JEDER) und gerne grillt.

Wenn man die 9 Zutaten zusammen hat, ist die Sache sehr schnell gemacht: Mischen - abfüllen - fertig.

Die orangefarbene Gewürzmischung ist ein Pulver, d.h. man kann sie in einem kleinen (Einmach-) Glas oder einer Gewürzdose verschenken (vielleicht sogar mit einem schönen - ausgedruckten - Etikett...)  oder in kleiner Menge auch in einem Papier-Teefilter, den man oben zubindet.

Anwendungs-Empfehlungen für den Beschenkten:
  • Salat mit Magic Dust Hähnchenstreifen
  • Spare Ribs
  • Pulled Pork
  • Schweinenackensteaks
  • Hähnchenspieße
  • Würziger Schweinebraten oder Putenbrust
  • Süßkartoffel-Pommes
  • Maultaschen
  • Bratkartoffeln
 It's Magic... Viel Spaß beim Schenken!


Eine Sammlung von Freebies (Etiketten & Co) gibt es beim Kuriositätenladen

Samstag, 5. Dezember 2015

Handwerklicher Trick: Wunderwaffe Teigschaber

Weihnachtszeit ... Ja, dieses Jahr habe ich tatsächlich das erste Mal vor dem 1. Advent PLÄTZCHEN gebacken. *schulterklopf* 
Allerdings haupstächlich, weil ich mit dem kleinen Mann Salzteig-Figuren gemacht hatte, und er es ÜBERHAUPT nicht okay fand, dass man diesen "Teig" und das Endergebnis nicht essen kann... 
Ich musste ihm deshalb versprechen, dass wir bald "richtige Plätzchen" backen. Und das hat mich daran erinnert, die "Küchengeräte"-Kategorie mal wieder zu füllen.

Ich mache mich ja sehr über den Koch lustig, weil er solche Loblieder auf ein Küchengerät singt, das für mich hauptsächlich Omas beim Kuchenbacken benutzen.
Aber uneinsichtig bin ich nicht. Ja, es hat seine Vorteile. Ja, es ist ein vielseitiges kleines Ding, dieser Teigschaber. 

Für mich war er immer nur dazu da, um Teig aus einer Schüssel zu bekommen, bzw. beim Backen etwas unterzuheben. ABER ich habe gelernt, dass man ihn auch wunderbar beim Kochen benutzen kann: nämlich zum umrühren. Alles was gerne mal am Topfboden anbrennt, Soßen und jede Art von Flüssigkeit mit Stücken darin, die man nicht mit einem Schneebesen durchrühren kann: also z.B. Gulasch, Ragout, Frikassee.
Besonders beliebt ist er beim Koch beim Risotto kochen. Damit kann nämlich einfach rein gar nichts am Boden kleben bleiben und wenn man so faul ist wie er manchmal (Seitenhieb... Verzeihung: beschäftigt natürlich), dann kann einen das retten, bevor es an manchen Stellen anhängt und dann das ganze Risotto verbrannt schmeckt. Das gleiche gilt auch für Milchreis oder Grießbrei.

Beim Umrühren von Pfannengerichten leistet er ebenfalls gute Dienste. Weil er sehr guten Kontakt zur Pfannenoberfläche hat und flexibel aber stabil ist, ist er da ein exzellenter Ersatz für einen Pfannenwender. Um nicht zu sagen der bessere. So kann man mit ihm in einer Pfanne schön die Kruste lösen ohne das Essen zu zerpflücken - bei Schupfnudeln beispielsweise.

Außerdem, klar, eignet er sich gut dazu, jede Art von Teig, Masse, Creme etc. restlos aus einem Gefäß zu bekommen. Und bei Süßspeisen ist es ja tatsächlich manchmal schade um jeden kleinen Rest... Außerdem hilft er beim Umrühren von Flüssigkeiten mit viel Zucker wie Marmelade oder Grütze oder Pudding, oder auch Rührei, die besonders leicht anbacken. Beim Schokolade gleichmäßig schmelzen (ohne dass sie zu heiß wird) ist er ebenfalls das Küchengerät der Wahl.

Vorraussetzung ist natürlich, dass es ein Teigschaber aus hitzebeständigem Silikon ist, da das Plastik sonst schmilzt. Dazu ist es nicht ganz einfach, einen guten zu finden: Groß genug muss er sein, sonst ist es umständlich zum Rühren. Manche sind ZU flexibel, andere zu starr. Laut Koch lohnt es sich, da ein paar Mark (wie Omma jetzt sagen würde) mehr auszugeben.

Also: raus aus der Backschublade mit dem Teigschaber. (Oder ab auf den Wunschzettel...)
Und für mich: zurück in die Küche. Die erste Fuhre Plätzchen ist nämlich schon leer. Und nein, ich war es nicht. Das wär die männliche Fraktion im Haushalt. 

[Apropos. Ich sag Euch nicht, wie (zumeist ja männliche) Berufsköche das Teil unter anderem nennen. Es ist sexistisch. Und eklig. Und tut auch überhaupt nichts zur Sache!]


Quellen: Wikipedia über Teigschaber, gemeint ist hier übrigens ein Teigschaber mit Stil und einem Silikon-Kopf.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Nach dem Arbeiten kochen Oder: Grundregeln Fertigprodukte

Auf der Suche nach einem Rezept, irgendwo in den Tiefen des Internets, habe ich letzthin diesen englischen Spruch entdeckt: 'OK. I Lied. It Sucks to Cook after Work.'*

Und musste unwillkürlich grinsen. 
Nicht nur wer diesen Blog regelmäßig liest, auch  "Offline-Freunde" bekommen manchmal vielleicht den Eindruck, bei uns gibt es ausschließlich selbst gemacht / genial durchdacht / mit Liebe gekocht. Und sind dann ganz überrascht, dass ich auch aus eigener Erfahrung weiß, dass das neue "Rustipani" ganz lecker ist. 

Schön wärs, wenn wir jeden Tag die Zeit und Kraft hätten, jede Mahlzeit mit so viel Respekt und Aufwand zu begleiten, wie es die Rezepte hier oder unsere Essenseinladungen vielleicht vermuten lassen. Haben wir aber nicht.
Der kleine Mann geht jetzt in den Kindergarten und ich arbeite drei Tage die Woche bis zum frühen Nachmittag. Bis ich den kleinen Mann dann wieder eingesammelt habe, die Reste vom Frühstück weggeräumt, mit dem Junior übers Fernsehen/Süßigkeitenessen debattiert (und verloren) habe, die Spülmaschine eingeräumt und ... Halt, das ist jetzt genau die Detail-Jammerei, die fast alle Mütter kennen und die ich vermeiden wollte. Kommando zurück.

Kurz gesagt: Es gibt Tage, da ist Kochen der berühmte "Ausgleich" und die "Entspannung" (5 EURO ins Interview-Antworten-Phrasenschwein...). Aber es gibt andere, da hätte ich am liebsten, dass sich eine Klappe über mir auftut, und einfach nur "was zu Essen" rausfällt, ohne dass ich dafür mit jemanden reden, die Tür öffnen oder auch nur nachdenken musste.

Klar, wäre meine Wunschvorstellung, dass wir uns IMMER optimal ernähren, dass wir gesund und abwechslungsreich essen, dass wir Spaß dabei haben und dazu noch Zeit, immer wieder Neues auszuprobieren. Dass ich immer aus freien Stücken, ganz bewusst entscheiden könnte: "Ha, Ausnahme. Heute gibt es Tiefkühl-Pizza vor dem Fernseher." Statt "Oh Mann," *schulternhängenlass* "dann gibt es halt Pizza", weil ich heute einfach - nicht - mehr - schaffe. *gääähn*

Andererseits ist mir bewusst, dass das ganz schön viel gewollt ist wenn man eben nicht das 50er-Jahre Familie/Haushalt-Leben lebt. Also versuche ich mal, ganz achtsam, mehr Verständnis für mich selbst zu haben. Und es auch mal gut zu finden, was und wie viel ich schaffe.

Bevor ich allerdings in alte Fertigprodukte-Fallen tappe (ich hab ja auch schon ordentlich dagegen gewettert...), konzentrieren wir uns mal auf folgende Grundregeln zum Thema Fertigprodukte (im Folgenden "FP"), auf die der Koch und ich uns einigen können:
  • Nutze deinen Verstand - je kürzer die Zutatenliste eines FP, desto besser - Wenn ich dieses Produkt zuhause kochen/backen würde, welche Zutaten bräuchte ich? Hier sind aber noch viel mehr Zusatzstoffe drin, deren Namen ich nicht mal aussprechen kann? Finger weg!
  • Schnell schlecht ist gut - wenn ein FP im Supermarkt gekühlt wird und nur wenige Tage haltbar ist, spricht das dafür, dass wenig oder keine Konservierungsstoffe beigesetzt sind und deshalb auch nicht so viele Vitamine zerstört wurden wie in ungekühlten, haltbar gemachten Alternativen. 
  • Ungefähr wissen, was wofür gut ist - es gibt Fertig-Tomatensoße, da sind nur "normale" Zutaten drin plus Reisstärke - die sorgt für eine etwas dickere Soße, und damit kann ich leben. Auch wenn das bedeutet, dass möglichst viel billiges Wasser und möglichst wenig "teure" Tomaten drin sind.
  • Aus flüssig mach lieber nicht trocken - um eine Tüte mit trockenem Fix-Gericht inkl. Ei, Milch und Fleisch herzustellen, muss man in der Fabrik sehr viel arbeiten. Heißt, der Hersteller verwendet erst recht möglichst günstige Zutaten von geringer Qualität (ist ja später eh kaum mehr erkennbar), und hebt den Geschmack meist durch (billiges) Fett, Zucker und/oder Salz und ev. Glutamat/Hefeextrakt. Den Aufwand zahlt der Käufer natürlich trotzdem mit. Wenn ich einer Backmischung nur noch Wasser hinzufügen muss, ist vom Guten der ursprünglich enthaltenen Grundprodukte wie Milch, Butter und Eiern nicht mehr viel übrig.
  • Einmal hin, alles drin? - Jetzt mal ehrlich: ungekühlte Fertigmenüs, in denen Fleisch, Soße, Gemüse und Sättigungsbeilage enthalten sind, die ich mir gleichzeitig erwärme, sind nährstofftechnisch Mist. Und geschmacklich sowieso.
  • Die Reihenfolge ist kein Zufall - Zutaten werden in der Menge aufgelistet, in der sie im Produkt vorkommen. Man kann daraus die eigenen Schlüsse ziehen: Mango-Maracuja-Smoothie? Höchstens zu 20 %, der Rest ist Apfel. Möchte ich, dass der Junior "Babykekse" mit Zucker an zweiter Stelle isst? 
  • Viel Geld für Nichts - Ja, manche Fertig-Eis-Sorten haben eine erfreulich kurze Zutatenliste. Aber 510 g Eis in einer 1.000 ml-Packung? Normalerweise kann man bei Flüssigkeiten ml und g so ziemlich gleichsetzen. Ergo: fast die Hälfte ist Luft! Das macht nur die Industrie. Zuhause bekommt man ein cremiges Eis auch mit wesentlich weniger Luft (durch Rühren in der Eismaschine) hin. Und das besteht dazu noch wirklich aus Sahne und/oder Milch und nicht nur aus Wasser und billigem Pflanzenfett.
  • Nutze die systemischen Vorteile der Industrie - Dosentomaten werden vollreif geernet und dann konserviert - optimal für alle Gerichte mit lange gegarten Tomaten wie Soßen und Schmorgerichte. Genauso bei sog. "Monoprodukten" wie Tiefkühlgemüse (ohne Soße), -Obst (ohne Zucker) und -Kräutern: feldfrisch eingefroren halten sie lange und kommen frischer und vitaminreicher auf den Teller als nach langen Transportwegen in den Supermarkt. Das Gleiche gilt für Fisch, der seegefrostet ist - frischer geht nicht.
  • Nutze die Verfahren der Industrie - Getreide kann in der Fabrik sehr schonend vorgegart werden. Wenn es schnell gehen muss, sind im FP also ev. mehr Vitamine etc. erhalten, als im aufgewärmten Reis von vorgestern. Obst kann man im Backofen selbst trocknen - das frisst aber wesentlich mehr Energie als die Herstellung von Trockenfrüchten im großen industriellen Stil. (Allerdings setzt die Industrie häufig Schwefel bei, um die ansprechende Farbe zu erhalten.)
  • Die können das besser als ich - Manche Produkte bekommt man für einen attraktiven Preis im Supermarkt - und müsste sehr hohen Aufwand betreiben, um das Produkt in ähnlicher Qualität selbst herzustellen. Beste Beispiele: Strudelteig und Blätterteig.  
  • Ich weiß, was drin ist – Der Bäcker benutzt heute leider auch oft Backmischungen oder backt nur noch Teiglinge auf. Ich sehe aber auf der Bäckertüte nicht, was genau drin ist – auf abgepackten Backwaren aber schon. Für die, die eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, z.B. ein Problem mit Laktose haben, ein großer Vorteil.

Ansonsten machen wir jetzt abends wieder öfter Brot. Also essen. Sprachliche Ungenauigkeit. Könnte jetzt wieder dazu führen, dass man glaubt, wir backen nach der Arbeit noch Brot... 
Wobei: Schlimm, dass ich jetzt schon wieder überlege, wie ich das Thema Abendbrot aufpeppen könnte...


Quellen: Eine ganz nützliche Übersicht hat auch eine Ernährungswissenschaftlerin der Uni Münster für den Stern erstellt, Artikel Nach dem Arbeiten kochen  
* Nein, das bedeutet nichts Versautes. :-)

Montag, 1. Juni 2015

Zitat: Kinderquark mit Torsten

Mein derzeitiges Lieblingszitat zum Thema Ernährung, aus dem Munde eines Slam-Poeten/Kabarettist:

"Der Werbung als solcher wird ja immer vorgeworfen, sie würde lügen. Hähä! Natürlich lügt die Werbung. [...] Stopp! Vorsichtig. Man sagt natürlich: Irreführende Werbung.
Und die zu verbieten wär ja noch schöner. Als nächstes verbietet man Männern mit kleinem Pimmel, sich einen Porsche zu kaufen. Echt! Wehret den Anfängen. Aber trotzdem.
Der Molkerei-Moloch Ehrmann hat seinen Kinderquark Monsterbacke mit dem Slogan "So wichtig wie das tägliche Glas Milch" beworben.
Da dieser 'Kinderquark' - was immer das sein soll, es klingt wie 'Rentnerporree', egal - [...] allerdings derartige Mengen an Zucker enthält, dass es beim Melken der Kuh hätte knirschen müssen, passt dat irgendwie nicht. [...] Die Lebensmittel-Industrie tut so, als wäre sie Rolf Zuckowski, ist aber Bushido."

Sach ich doch!


Quelle: extra3-Sendung am 18.02.2015 auf dem NDR, ausnahmsweise moderiert von Torsten Sträter

Montag, 13. April 2015

Der Süßigkeitenteller Oder: Ernährungserziehung - bäh, was für ein Wort!

Das Wort "Ernährungserziehung" gefällt mir gar nicht. Das klingt nach Arbeit. Nach unangenehmer Arbeit. Und dem, der "ernährungserzogen" wird, kann das doch auch nicht gefallen.

Und sowieso das Wort Erziehung, das ich ohnehin nicht besonders leiden kann. Auch wenn es ein kleines Bisschen affig klingen mag, aber "Begleitung" gefällt mir viel besser. Oder, Frau Saalfrank: "Vergesst Erziehung! Denn jede Art von Erziehung dient nur als Schutzschild der Erwachsenen, um sich vor der Beziehung zu Kindern zu schützen. Kinder hingegen brauchen keine Erziehung, Kinder brauchen vor allem Beziehung!"
Nur, gerade jetzt, in dieser kleinen-2-3-Jährige-Pubertäts-Phase, hab ich schon öfter das Gefühl, man kommt gar nicht drum rum, auch mal zu ziehen und selbst deutlich nein zu sagen.  So wie in jeder Beziehung, in der einer gerade ziemlich egoistisch ist... Auch wenn ich mir, zumindest in guten Momenten, immer wieder Alfie Kohn in Erinnerung rufe: "Sagen Sie nicht unnötig nein"

Ein Grundsätzliches Nein zu Süßigkeiten, das kam weder für den Koch, noch für mich in Frage. "Genuss, Spaß und Gesundheit sind keine Gegensätze," meint wieder mal Frau Eugster. Das finde ich eben auch. Und für mich gehören auch Naschereien zum Leben dazu. Verzicht zu üben, ist immer mal wieder sehr sinnvoll (vor allem als Erwachsener) - aber wenn es zu extrem wird, "Zucker ist Gift für Kinder" oder so ähnlich, kann ich damit nichts anfangen.
Und der kleine Mann hat die süßen Sachen ohnehin ziemlich genau vor einem Jahr, nämlich an Ostern, für sich entdeckt und lieben gelernt. Und das ist auch gut so.

Den "Süßigkeitenteller" haben wir vor einer Weile eingeführt, um die - für beide Seiten - aber doch ziemlich nervigen, immer wiederkehrenden täglichen Diskussionen darüber, wann es wie oft welche Süßigkeiten gibt, zu beenden. Und dem ewigen Betteln Einhalt zu gebieten.
Prinzip: Wir haben einen kleines Schälchen benannt, das er sich jeden Tag - nach dem Mittagessen - mit Süßigkeiten füllen darf. Was es ist, darf er auswählen (was im Schrank zur Auswahl steht, haben wir ja vorher bestimmt) und auch, wann er die Süßigkeiten isst. Einzige Regel: Es gibt nur einen Teller pro Tag. Wenn er leer ist, ist er leer.

Und ich muss sagen: Es funktioniert sehr gut. Viel weniger Diskussionen. Die Verlässlichkeit sorgt dafür, dass die Süßigkeiten etwas Reiz verlieren. Der kleine Mann fühlt sich einbezogen und ernst genommen. Und er lernt, wie viel für ihn vernünftig ist und sich diese Menge selbst einzuteilen. Das Ziel von Frau Eugster formuliert: "Eltern trauen ihren Kindern nach und nach mehr Ernährungsentscheidungen zu und erziehen sie zu kompetenten jungen Menschen."

Er hebt sich zwar bisher so gut wie nie etwas auf, sondern isst alles immer sofort auf ein Mal - aber das ist ja auch sein gutes Recht. Und vor Kurzem beim Zahnarzt (der erste Besuch des kleinen Mannes) sagte doch die Ärztin tatsächlich: Süßes nicht über den ganzen Tag verteilt, sondern auf ein Mal ist viel besser für die Zähne. Ja, gut, von jedem Tag Süßigkeiten rät sie sicher ab. Aber manchmal, ja, da vergisst er den Süßigkeitenteller sogar. Und öfter mal isst er ihn nicht leer. Das sind dann die kleinen, heimlichen elterlichen Triumphe.

Laut einer Studie aus Illinois bieten Eltern, die übermäßig Kontrolle über die Essgewohnheiten ihrer Kinder ausüben ihnen "wenig Gelegenheit, ihre Nahrungsaufnahme selbst zu steuern und [die Kinder in der Studie] hörten auf, den Hinweisen ihres Körpers darüber, wann sie Hunger hatten, zu vertrauen." Diese Fähigkeit, mit der wir alle auf die Welt kommen, will ich dem kleinen Mann aber gerne erhalten. Und abgesehen davon erscheinen mir Kohns Äußerungen zu Motivation schon immer logisch: Ein Kind verhält sich nur dann anhaltend - auch ohne (autoritäre) Beobachtung - "richtig", d.h. sozial, moralisch, lernt und ist aufgeschlossen für seine Mitmenschen und die Welt, wenn es intrinsisch motiviert ist. Wenn es wirklich selbst daran glaubt oder daran interessiert ist. Und nicht, wenn es das nur für oder wegen der Eltern tut (oder für Noten oder eine Belohnung).


"Das Ziel ist klar: Am Ende der Kindheit müssen die jungen Erwachsenen fähig sein, sich selbstständig im Schlaraffenland zu bewegen, ohne sich durch Völlerei und (zu viel) Junk-Food langfristig zu schaden. Die Aufgabe der Eltern ist es, ihre Kinder zu befähigen, für sich selbst zu sorgen." 
Und letzteres gilt, für mich, eigentlich für die gesamte Erziehung. 

Pardon, Beziehung.


Quellen: Gabi Eugster "Kinderernährung gesund & richtig" - 2012, Katharina Saalfrank "Du bist ok, so wie du bist - Das Ende der Erziehung" - 2013, Alfie Kohn "Liebe und Eigenständigkeit" - 2010

Sonntag, 22. Februar 2015

Die Spaghetti müssen was trinken

Was beschäftigt uns als Eltern eines 2,5-Jährigen gerade? 
Na, Wutanfälle. Auch bekannt als Trotzanfälle, auch bekannt als Autonomiephase, auch bekannt als "Was zur Hölle ist denn jetzt wieder los?!"
Seit der kleine Mann kein Fieber mehr hat, werden die täglich mehr. Sehr spaßig.
Die Tage habe ich mich erinnert, dass ich mal einen sehr interessanten Blog-Artikel darüber gelesen habe - und hab mein Wissen aus gegebenem Anlass aufgefrischt. Und die Technik "spiegeln" gleich mal ausprobiert.

Wir sitzen beim Abendessen. Der kleine Mann macht ein spitzbübisches Gesicht. "Ich hab eine Idee."
Der Koch und ich greifen gleichzeitig Richtung Juniors Glas, denn uns ist klar, was für eine Idee das ist. Nämlich Essen und Trinken irgendwie zu fusionieren.
"Nein. Keine gute Idee," sage ich. Und stelle sein Glas außer seine Reichweite.
"Doch! Ich will das Glas haben!"
"Nein," sagt der Koch. "Du sollst das nicht in dein Essen schütten."
"DOCH! ICH WILL DAS JETZT MACHEN!!!"
OHOH. Jetzt geht's los...

Also, wie war das? Seine logische, vernünftige Gehirnhälfte ist ausgeschaltet. Ich muss auf emotionaler Ebene klar machen, dass ich verstehe, worüber er wütend ist.
Ich balle die Hände zu Fäusten und sage:
"Du bist wütend! Du willst jetzt dieses Glas haben und den Tee in die Spaghetti schütten! Das willst du unbedingt!" Dabei schaue ich ihn intensiv an und versuche, sein wütendes Gesicht nachzuempfinden.
Er schaut mich erstaunt an, etwas belustigt. Ich habe seine Aufmerksamkeit. Und er fühlt sich tatsächlich ernst genommen. 1. Schritt: Respektvoll Kontakt aufnehmen. Check.
"JA," sagt er.
"Ja, das verstehe ich. Aber warum willst du das unbedingt machen?" 2. Schritt: Elterliche Botschaft vorbereiten. Check.
"Weil die Spaghetti ein bisschen Tee trinken müssen."

HUCH. Ich bin erstaunt. Eigentlich hatte ich darauf keine sinnvolle, nachvollziehbare Antwort erwartet. Na, damit kann man doch arbeiten.
"Achso. Aber, du, die Spaghetti können nichts trinken. Die sind ja keine Pflanze, die Tee, ähh, Wasser trinken kann. Oder wie du, du kannst Tee trinken. Das können die nicht. Das sind ja nur Spaghetti. Die Nudeln freuen sich nicht, wenn du Tee auf sie drauf schüttest."

Anscheinend findet er das ziemlich logisch. Und lässt ab von der Idee. Das Bedürfnis, Tee und Nudeln zu fusionieren, ist wohl einfach zerploppt. Schritt 3: Lösung des Problems anbieten haben wir gar nicht mehr gebraucht! Wutanfall erfolgreich abgewendet! YIPPIEH! War das ein Glückstreffer, oder klappt das imm...

"Ich muss aufstehen," sagt der kleine Mann und steht urplötzlich vom Tisch auf. "Ich muss weg."

Besonders viel hat er jetzt nicht gegessen... "und die Großen sind doch noch gar nicht fertig mit essen...!" möchte ich anheben. Aber - ich lasse es sein. Ich nehme was ich kann.
Man kann ja nicht alles haben.

Sonntag, 8. Februar 2015

Kochmythos: Eischnee schlagen

Einleitung? Eileitung!

Mancher Hobbykoch hat dermaßen Angst vor Eigelb im Eiklar (ja, heutzutage heißt es nicht mehr -weiß, da im -gelb mehr -weiß vorhanden ist. ;-)), dass er die beiden Ei-Bestandteile am Liebsten in getrennten Küchen verarbeiten würde. 
Was ist so schlimm am -gelb? Es geht dabei um das Fett, dass den Eischnee nicht steif werden lässt. Das -klar ist jedoch wesentlich toleranter, als Kochbücher und TV-Sendungen es uns weis (oder klar?) machen wollen.
Wer beispielsweise 6 -klar steif schlagen möchte, hat da mit einem Fitzelchen -gelb in der Masse trotzdem durchschlagenden Erfolg! 
Schwimmt hingen ein halber Eidotter in zwei -klar, wird das vermutlich nichts mehr... Es gilt: Einfach ausprobieren, bevor man die mühsam getrennten Eier im Abguss versenkt.

Bei den meisten Verwendungen muss das steife -klar nämlich gar nicht so steif sein, wie die meisten erwarten. Und hier wären wir beim zweiten Irrtum zum Thema Eischnee: 
Wenn man Eischnee (oder auch geschlagene Sahne) unter eine Masse (z.B. für Mousse au Chocolat oder Parfait) ziehen will, sollte man dieses nicht so steif schlagen, wie wenn man Baiser machen würde. Es reicht, wenn es "angeschlagen" ist und der Rührbesen Spuren hinterlässt.
Es wäre sogar eher hinderlich. Das, was man beim sehr-steif-Schlagen an Luft rein schlägt, verliert man nämlich wieder dadurch, dass man länger braucht, um eine homogene Masse mit dem Schnee herzustellen, weil dieser einfach zu fest ist.

Ein weiterer Tipp vom Koch zum Unterziehen, der schönerweise Einzug in manche Rezepte gehalten hat: Etwa ein Drittel des Schnees (oder der Sahne) ohne Rücksicht auf Verluste mit einem Schneebesen unter die Masse rühren - dadurch wird sie geschmeidiger. Nun ist es wesentlich leichter, die restlichen zwei Drittel vorsichtig unterzuziehen. Aber auch da nicht mit Samthandschuhen, sonst verbinden sich die Stoffe nicht richtig und man hat später weiße Schlieren im Dessert...

Montag, 26. Januar 2015

Kartoffelsuppe für Eilige

Eigentlich wollte ich das Rezept erst "Kartoffelsuppe für Faule" nennen, aber das stimmt nicht wirklich. 

"Für Eilige" stimmt allerdings auch nur, wenn man davor ein bisschen Zeit investiert hat. Schnell geht es nämlich nur deshalb, weil man die Suppe aus fertigem selbstgemachten Kartoffelpüree macht.

Deshalb schmeckt sie auch einfach weit besser als aus der Tüte oder der Dose, geht dann halt aber rucki-zucki viel schneller als die übliche hausgemachte von Null an.
Also quasi selbstgemachtes Convenvience-Food. Ohne Zusatzstoffe. Ohne Quatsch.
Und es entsteht genau die helle, cremige Kartoffelsuppe, die ich so liebe.

Außerdem ist das endlich mal eine gescheite Weiterverarbeitung für Kartoffelbrei!
Dazu kommt noch: Der kleine Mann kann den nicht leiden. Kartoffelsuppe aber schon. Noch ein Grund mehr!


Zutaten:

Kartoffelpüree

1 kg mehlig kochende Kartoffeln
1/4 Liter Vollmilch
2 EL Butter
etwas geriebene Muskatnuss
Salz

Die Kartoffeln waschen, schälen und in große Stücke schneiden. Mit 1 TL Salz und etwas Muskat, mit Wasser knapp bedeckt zum Kochen bringen und mit Deckel ca. 15 Minuten kochen. Wasser abgießen. Zu den Kartoffeln im Topf die Hälfte der Milch und die Butter geben und wieder auf die abgedrehte, noch warme Herdplatte stellen. Mit einem Kartoffelstampfer (oder in einer -presse) zerdrücken. (Niemals mit dem Pürierstab! Warum? Siehe hier.) Mit einem Schneebesen cremig rühren, dazu nach Bedarf Milch dazu geben, bis eine geschmeidige Masse entstanden ist.
Mit Salz und Muskat abschmecken.

Das Kartoffelpüree kann man im Kühlschrank ca. 3-4 Tage aufbewahren.

Kartoffelsuppe

Reste von selbstgemachtem Kartoffelpüree
etwas Sahne
etwas Wasser (oder Gemüse- oder Hühnerbrühe)
Pfeffer
Salz
etwas getrockneter, gerebelter Majoran

Das Kartoffelpüree mit Wasser (oder Brühe) und Sahne verdünnen, bis die gewünschte Suppen-Konsistenz erreicht ist. Mit Majoran vorsichtig erhitzen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. 

Samstag, 24. Januar 2015

Handwerklicher Trick: Wissenswertes zu Kartoffeln

Manche Erklärungen führen einfach zu weit. Zumindest in einem Rezept. Warum man Kartoffeln nicht mit dem "Zauberstab" pürieren sollte, zum Beispiel. Das hab ich in Rezepten schon öfter erwähnt, aber noch nie erklärt.
Aber da ich festgestellt habe, dass solches Grund-Kochwissen irgendwie immer mehr verloren geht, ist es vielleicht trotzdem eine Erwähnung wert.
Also, hier eine kleine Sammlung handwerklicher Tipps zum Thema Kartoffeln.

Je mehr Bindung das Kartoffelgericht haben soll, desto größer sollten die Kartoffelstücke beim Kochen sein. Sprich: Für Kartoffelpüree und Co keine kleinen Würfel schneiden. Auch wenn man dann beim Pürieren weniger Arbeit hat. Denn diese verlieren im Wasser wesentlich mehr Stärke, wodurch das Kartoffelpüree zu wässrig wird. 

Außerdem Püree nie mit einem Mixer oder Pürierstab herstellen. Durch die hohe Geschwindigkeit beim Pürieren werden in kurzer Zeit die Zellen stark zerkleinert und mit dem Wasser verbunden, sie verkleistern. Das führt dazu, dass das Püree schnell schleimig wird. Deshalb gibt es auch so etwas wie eine "Flotte Lotte" bzw. den guten alten Kartoffelstampfer. Da werden die Zellen langsamer zerstört und man hört rechtzeitig auf, bevor man Tapetenkleister hat. 
Beim Püree werden übrigens durch das Zerkleinern die Molekülketten zerstört und aus den sonst komplexen Kohlenhydraten der Kartoffel werden "schnelle" Kohlehydrate. Ein Püree macht also nie so lange satt, wie die selbe Menge gekochter Kartoffeln - und landet (nicht nur wegen Milch und Butter) mehr auf der Hüfte.

Wenn man Kartoffelsuppe macht, in der neben Kartoffeln auch noch eine Menge anderes Gemüse und ja mehr Flüssigkeit enthalten ist, kann man auch den Pürierstab einsetzen. Aber man sollte ebenfalls aufhören, sobald die Suppe die richtige Konsistenz hat. Und nicht meinen, je mehr Luft man darunter schlägt, desto besser wird es. Eine wirklich cremige Kartoffelsuppe entsteht immer durch die Zugabe von Fett in Form von (geschlagener) Sahne, Créme fraîche o.Ä.

Möchte ich hingegen knusprige Kartoffelwürfel (Pommes carées) in einem Gericht, ist es besser wenn sie eine möglichst große Oberfläche haben. Deshalb schneidet man kleine Würfel (alle möglichst gleich groß) und brät sie roh an. 
Will man sie vorbereiten, geht man am Besten so vor: wenige Minuten in etwas Wasser kochen, abtropfen lassen und mit einem Küchenpapier abtupfen. Dann anbraten. So werden sie ebenfalls schön kross.

Wenn man rohe Kartoffeln im Kühlschrank lagert, treiben sie nicht aus. Allerdings wandeln sie als natürlichen Frostschutz einen Teil der Stärke in Fructose, also Fruchtzucker, um. Das heißt, sie werden dadurch etwas süßer. Das stört aber nicht sonderlich, wenn sie nicht zu lange dort lagern. Allerdings gibt es Studien, die von der Lagerung unter 4 °C (also außerhalb des Gemüsefachs) abraten, da dann beim Braten vermehrt Acrylamid entsteht. Wie schädlich das für den Menschen ist, wissen wir ja aber immer noch nicht genau.
Wer sicher gehen will, der muss sich an den Großmutter-Rat halten: Die gehören in den dunklen Keller, da treiben sie auch kaum aus. Allerdings haben viele von uns Stadtkindern keinen (Vorrats-) Keller mehr... oder keine Lust, jedes Mal runter zu laufen...

Wenn man rohe Kartoffeln einfriert, werden sie allerdings wesentlich süßer und durch die Zerstörung der Zellstruktur nach dem Auftauen matschig und glasig. Industrielle Tiefkühl-Kartoffelprodukte sind nur durch Schockfrostung möglich.
Gekochte, pürierte Kartoffeln ändern durch das Einfrieren ebenfalls ihren Geschmack und ihre Konsistenz. Wenn man gegarte Kartoffeln einfriert, dann also als kleine Würfel, die man dann am Besten für Suppen oder Aufläufe verwendet, bei denen die Konsistenz keine große Rolle spielt.

Gekochte Kartoffeln im Kühlschrank übrigens nicht abdecken weil sie dadurch Wasser ziehen, was - gerade wenn man Bratkartoffeln machen will - schlecht ist.

Mann, Mann. Ganz schön viel Wissen für eine Gemüsesorte. Und das ist noch lang nicht alles. Aber diese ist halt auch einfach sehr vielseitig. Und ja. Rezept folgt.


Quellen: "Der grosse LAROUSSE GASTRONOMIQUE", Christian Verlag - 2009, Artikel "Kartoffel die tolle Knolle" von EUFIC